Ludwik Lejzer Zamenhof

14.04.2017 cleaulem

Heute vor genau 100 Jahren starb in Warschau Ludwik Lejzer Zamenhof, der Erfinder des Esperanto. Für mich ist das ein wichtiger Tag, denn Zamenhof ist für mich ein sehr wichtiger Mensch. Er ist Vorbild und Inspirationsquelle, und das aus gleich mehreren Gründen.

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Is popular politics always conservative?

13.04.2017 cleaulem

Ist populäre Politik immer konservativ?

Ein chinesischer Fluch lautet “Mögest du in interessanten Zeiten leben”. Und tatsächlich leben wir momentan in „interessanten“ Zeiten. Denn gegenwärtig erleben wir einen Anstieg rechtspopulistischer Tendenzen, der sich in einer Forderung nach der „guten alten Zeit“ niederschlägt. Und was tun die konservativen Volksparteien? Sie versuchen, die Rechtspopulisten rechts zu überholen, indem sie sich deren menschenverachtenden Forderungen selbst zu eigen machen. Doch hier soll es nicht um Rechtspopulismus gehen, sondern um die Frage, ob populäre Politik immer konservativ ist. Denn man muss doch feststellen: Viele Menschen in Deutschland, aber auch in anderen Ländern, fühlen sich doch gerade bei konservativen Parteien politisch wohl.

Ich habe schon öfters über diese Frage nachgedacht, und eine einzige eindeutige Antwort gibt es für mich nicht. Was auf jeden Fall nicht stimmt ist die Aussage, dass konservative Politik einfach die vernünftigere sei und die Wähler dies auch sehen würden. Das verkennt die Realität. Denn auch wenn es vielleicht im Großen und Ganzen einigermaßen geordnet läuft, es ächzt und knarzt an jeder Ecke. Noch haben wir viele Missstände in unserer Gesellschaft, um die sich die (konservative) Politik nicht kümmern will. Und dass es in unserer Gesellschaft auch viele Menschen gibt, die unter diesen Missständen zu leiden haben, zeigt doch auf, dass konservative Politik im Grunde nicht so vernünftig ist.

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Der Sinn der Wissenschaft

08.04.2017 cleaulem

Eine Krise schlägt mich, eine Sinnkrise. Ich frage mich nämlich nach dem Sinn der Wissenschaft. Wozu betreiben wir Wissenschaft? Wozu ist dieses Wissen denn gut? Das ist eine Frage, die für mich nicht einfach zu beantworten ist. Um Missverständnissen vorzubeugen: In meinem Inneren bin ich ein glühender Verfechter der Wissenschaft. Ich interessiere mich für viele Gebiete des menschlichen Wissens, die uns einem umfassenden Verständnis der Natur Schritt für Schritt näher gebracht haben.

Auch bin ich keineswegs dafür, jede Forschung nur nach ökonomischen Gesichtspunkten zu betrachten. Es gibt ja viele Menschen, die Forschung und Wissenschaft nur nach dem konkreten Zweck beurteilen. Für sie ist nur diejenige Wissenschaft gerechtfertigt, die einen direkten Nutzen für den Menschen haben, etwa indem sie das Leben einfacher und bequemer machen, indem sie das Leben der Menschen verlängern und ihre Gesundheit verbessern oder indem sie dafür sorgt, dass sich mit den Ergebnissen der Forschung leichter und besser Geld verdienen lässt. In meinem Weltbild sollte die Wissenschaft einzig und allein dem Wissenszuwachs dienen, ganz losgelöst von jeglichen Nützlichkeitsgedanken. So verfolge ich die aktuellen Entdeckungen in der Astronomie, seien es die tausenden inzwischen bekannten Exoplaneten oder die Bilder, die uns die Raumsonde New Horizons von Pluto geschickt hat, mit großer Spannung. Dabei ist der Nutzen dieser Erkenntnisse mehr als zweifelhaft. Wenn, dann werden diese überhaupt erst in Jahrhunderten der Menschheit irgendeinen Nutzen bringen, beispielsweise wenn es um die Erschließung von Rohstoffen und Märkten in entfernten Sonnensystemen geht.

Doch das Problem des Sinnes der Wissenschaft geht für mich tiefer als die Frage nach ihrer Nützlichkeit. Denn die Nützlichkeit von Forschung ist (ideal betrachtet) eher sekundär. Es war das Streben nach Erkenntnis, nach Wissen, das die Wissenschaftler über Jahrhunderte antrieb. Sie wollten die Welt als Ganzes verstehen. Und so steht in der Physik die Suche nach der sogenannten „Weltformel“, der „Theorie von allem“, stellvertretend für die absolute Rechtfertigung der Wissenschaft. Diese Theorie, die sämtliche Wechselwirkungen der Natur erklärbar machen würde, ist das große Ziel der Wissenschaft, der Heilige Gral. Und so ist auch die Vorstellung, dass mit diesem Wissen auch der Sinn unserer Existenz klar werden müsse.

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Die perfekte Matrix

30.03.2017 cleaulem

Was ist der Sinn des Lebens? Was ist Glück? Wie geben wir unserem Leben Sinn. Für viele Menschen ist die Antwort „Vergnügen“. Wenn wir so viele angenehme Erlebnisse wie möglich haben und dabei so wenig unangenehme Dinge wie Schmerz und Traurigkeit erleben, dann sind wir auf dem besten Weg dahin, glücklich zu werden.

Es gibt die philosophische Theorie des Hedonismus, nach der man nach möglichst vielen angenehmen Erlebnissen streben solle. Je mehr Vergnügen man erlebt, desto glücklicher werde man. Wenn man sich nun, wie der amerikanische Philosoph Robert Nozick, eine Maschine vorstellt, die einem das perfekte Erleben ermöglicht, dann wäre es doch absolut erstrebenswert, diese Maschine zu besteigen und das vollkommene Glück zu erleben.

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How do we know whether or not prison works?

17.03.2017 cleaulem

Woher wissen wir ob Gefängnisse funktionieren oder nicht?

Es erscheint uns wie eine Selbstverständlichkeit, dass in unserer Gesellschaft Menschen, die gegen Gesetze verstoßen, ins Gefängnis kommen. Dass sie zu Haftstrafen verurteilt werden und für einen gewissen Zeitraum ihr Recht auf Freizügigkeit verwirkt haben. Doch woher wissen wir eigentlich, dass Gefängnisse als Institution überhaupt funktionieren? Wäre es nicht vielleicht sogar besser, wenn man Menschen nicht einsperren würde und sie stattdessen auf andere Art und Weise ihre Taten sühnen lassen würde?

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Biologismus oder Kultur?

06.03.2017 cleaulem

Ich bin schon seit langer Zeit den Gender-Studies gegenüber skeptisch eingestellt. Vor allem störe ich mich an ihrem Anspruch auf Absolutheit. Will sagen: Sie haben eine Theorie aufgestellt, die ohne Abstufungen und Ausnahmen in jeder Situation allgemeingültig ist. Hier geht es darum, dass nach den Gender-Studies das Konzept von Geschlecht einzig und allein ein soziales Konstrukt sei und dass sämtliche Unterschiede zwischen den „biologischen Geschlechtern“ schlicht und ergreifend nur auf sozialen Konventionen basieren und in Wirklichkeit nicht vorhanden sind.

Ich bin im Grunde der Ansicht, dass Gender Studies keine Wissenschaft sind, weil sie nicht falsifizierbar sind. Ich möchte mich hier aber nicht zu weit aus dem Fenster lehnen, denn ich bin in diesem Bereich kein Fachmann. Ich habe einfach nur anhand meines Kenntnisstands und meines Weltbildes den Schluss gezogen, dass Gender-Studies nicht den Ansprüchen einer echten Wissenschaft genügt. Sollte es aber doch Beweise dafür geben, lasse ich mich natürlich gerne eines Besseren belehren…

Worum soll es hier also gehen? Es gibt außer mir doofen Laien natürlich noch andere Menschen, die sich besser in der Materie auskennen und die auch der Meinung sind, Gender-Studies seien eine Pseudowissenschaft. Zu diesen Menschen zählt Ulrich Kutschera, seines Zeichens Evolutionsbiologe. Das erste Mal bin ich über Fefes Blog auf ihn Aufmerksam geworden. Dieser Beitrag verlinkt auf einen Artikel bei der FAZ, wo Gender-Studies mit Kreationismus verglichen wird:

Dort hatte der Kollege über eine Tagung von Evolutionsbiologen in San José in Kalifornien zum Thema „Kreationismus in Europa“ berichtet, wo neben der deutschen Anti-Darwin-Bewegung auch der „Genderismus“ scharf kritisiert wurde: „Die Diskussion in San José führte zum folgenden Konsens: Evolutionsbiologen sollten den Genderismus, eine universitäre Pseudowissenschaft, die den deutschen Steuerzahler jährlich viele Millionen Euro kostet, mit demselben Ernst analysieren und sachlich widerlegen wie den damit geistesverwandten Kreationismus.“

Oha, Gender-Studies sind mit dem Kreationismus geistesverwandt. Das passt auch irgendwie auf meine Beobachtungen, die ich am Rande von diesem Forschungszweig machen konnte. Doch danach ist es in meinem Radar um Kutschera sehr still geworden. Ich hatte nur im Hinterkopf, dass er dieser Evolutionsbiologe war, der fachlich berechtigte Kritik an den Gender-Studies hervorgebracht hat.

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What’s so good about creativity?

28.02.2017 cleaulem

Was ist an Kreativität so gut?

Der Begriff Kreativität ist in der Regel positiv besetzt. Man denkt an das kreative Genie, das am laufenden Band neue Ideen ersinnt und sie spektakulär in die Tat umsetzt. Doch Warum ist Kreativität an sich etwas Gutes? Ginge es nicht auch ohne? Wäre es nicht sogar zielführender, wenn man sich auf sinnvollere Dinge konzentrierte und seine Energie in produktive Projekte steckte, die einen wirklich weiterbringen? Meine Antwort darauf ist: Ohne Kreativität würden wir immer noch in den Bäumen hocken!

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Kategorie: Examination Fellowships
Stichwörter:

Welche Sprache ist die schönste?

21.02.2017 cleaulem

Heute ist der Tag der Muttersprache, der seit 2000 auf Initiative der UNESCO begangen wird, um die sprachliche und kulturelle Vielfalt und Mehrsprachigkeit zu fördern. Ich kann nicht genug betonen, wie sehr mir dieses Anliegen bedeutet. Ich bin ja ein Sprachennerd, und so liegt mir die sprachliche Vielfalt sehr am Herzen. Denn jede Sprache ist in sich ein Universum an Ideen, eine eigene Kultur mit ihren Traditionen und Gedanken. Und mit jeder Sprache, die ausstirbt, geht auch ein ganzes Universum verloren.

Aus diesem Anlass will ich mich einer Frage widmen, die ich schon länger in einem Blogartikel verarbeiten wollte: Welche Sprache auf der Welt ist die schönste? Das ist erst einmal keine einfache Frage. Zuerst mal: Gibt es überhaupt Sprachen, die nicht schön sind? Ich habe da tatsächlich ein paar Sprachen, die sich in meinen Ohren eher nervig anhören. Dänisch ist für mich eine absolute Hasssprache, die sich in meinen Ohren eher wie zu viel heißer Haferbrei im Mund anhört. Es tut mir leid, aber diese Sprache ist einfach nicht mein Fall. Ähnlich geht es mir wie Spanisch. Viele werden mich dafür hassen, aber ich finde einfach nicht, dass sich Spanisch schön anhört. Es klingt für mich einfach nur rau und grob. Türkisch und Arabisch sind für mich auch solche Grenzfälle.

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Why are the deaf members of a given society more likely to develop a distinct subculture than its blind members?

18.02.2017 cleaulem

Warum entwickeln die tauben Mitglieder einer bestimmten  Gesellschaft eher eine eigenständige Subkultur als ihre blinden Mitglieder?

Das ist eine Frage, über die ich mir ehrlich gesagt noch keine Gedanken gemacht habe. Denn ich bin selbst weder blind noch taub noch kenne ich jemanden persönlich, der von einer solchen Behinderung betroffen ist. Und doch ist es recht offensichtlich, dass diese Aussage tatsächlich zutrifft. Und ich möchte mir ein paar Gedanken darüber machen, warum es so ist.

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