Dürre und Klimawandel

03.07.2014 cleaulem

Wir erinnern uns wohl alle noch an den Sommer 2003, als eine vielwöchige Hitzewelle Europa fest im Griff hatte. Als die Temperaturen über Wochen über dreißig Grad kletterten und an manchen Tagen sogar die Vierzig-Grad-Marke überschritten. Damals wurde darüber spekuliert, dass dieser extreme Sommer und die dadurch hervorgerufene Dürre ihre Ursache im vom Menschen verursachten Klimawandel habe.

Gestern wurde auf Spiegel Online ein Artikel veröffentlicht, der von dem Hitze-Jahr 1540 berichtet. Die Dürre und die Hitze in diesem Jahr übertrafen die Verhältnisse von 2003 bei weitem. 2003 führten die großen Flüsse in Mitteleuropa z.B. nur rund die Hälfte ihrer gewöhnlichen Wassermenge. Im Jahr 1540 führten sie gar aber nur noch ein Zehntel. Man konnte durch den Rhein hindurchwaten.

Diese Tatsache dürfte die Diskussion um den Klimawandel und deren menschliche Ursache stark befeuern. Die Skeptiker des Klimawandels dürften darin Nahrung für ihre Zweifel sehen, dass der Mensch durch seine Handlungen das Klima beeinflussen könne. So schreibt im Spiegel Online Forum ein Nutzer:

Solche Katastrophen gab es schon immer, wie man sehen kann, auch vor der Industrialisierung. Womit der menschgemachte Klimawandel widerlegt ist.

Aber ist damit der menschengemachte Klimawandel tatsächlich widerlegt? Diese Behauptung hat einen sehr dicken Denkfehler. Denn auch wenn es solche Phänomene bereits früher ohne menschliches Zutun gab, muss das nicht bedeuten, dass sie nicht auch durch das Verhalten des Menschen hervorgerufen werden können. Eher gilt hier das, was Christian Pfister von der Universität Bern im Artikel sagt:

„Die Katastrophe von 1540 sollte eine Mahnung sein, was geschehen kann“, sagt Pfister. Niemand sei vorbereitet auf solch einen Extremfall. „Ich hoffe, wir müssen so etwas nie erleben.“ Der menschengemachte Treibhauseffekt erhöhe allerdings die Wahrscheinlichkeit für schlimme Hitzewellen, gibt Glaser zu bedenken.

Da haben wir es doch. Es ist nämlich gut möglich, dass solche Wetterextreme durch menschliches Zutun sehr viel wahrscheinlicher sind. Da ist es doch schon sehr fahrlässig, darauf zu verweisen, dass es solche Extreme schon früher gab. Wenn wir durch unser Verhalten diese aber stark begünstigen, sollten wir uns doch an die eigene Nase fassen, anstatt aus Bequemlichkeit nichts zu tun mit der Begründung, dass man da eh nichts machen könne.

Der „Glaube“ an den Klimawandel

Die Klimaskeptiker tun genau das, was sie den Klimaforschern anlasten: Für sie ist die Debatte eine rein ideologische Angelegenheit. Das sieht man schon daran, dass viele Klimaskeptiker sagen, sie „glauben“ nicht an den Kilmawandel. Glauben?!?!?! WTF??? Das ist doch keine Sache des Glaubens. Es geht hier um eine Faktenlage, die widerlegbar ist oder nicht.

Der einzige Grund, warum die Faktenlage nicht ganz so eindeutig ist, ist die Komplexität des Weltklimas. Da kann man nicht mit ein paar einfachen Formeln die ganze Welt erklären. Es müssen da soviele Faktoren hineinberechnet werden, dass es schon beachtlich ist, was die Forscher bislang zustandegebracht haben.

Da ist es aber auch nicht verwunderlich, dass Klimamodelle öfters widerlegt werden und oft stark modifiziert werden müssen. Und bei denjenigen, die gegen die Klimaforschung wettern und sie als Scharlatanerei abtun, weiß ich schon lange, wes Geistes Kind sie sind.

Allen wissenschaftlichen Erklärmodellen sollte man tatsächlich kritisch gegenüberstehen. Es gibt immer die Möglichkeit, dass als sicher geltende Erkenntnisse durch neue Fakten und Daten wiederlegt werden. Und immer wird es auch Forscher geben, die aus reiner Ideologie oder auch aus eigennützigen Motiven zweifelhafte Theorien vetreten. Aber das bedeutet nicht, dass man gleich die Wissenschaft an sich als Unsinn abtun sollte.

Hätte sich diese Einstellung früher schon durchgesetzt, säßen wir heute noch auf den Bäumen.

Ich will damit einfach nur sagen, dass man die Debatte um den Klimawandel sachlich führen sollte. Und dass man die Wissenschaft nicht als dummes Zeug abtun sollte, auch wenn es bei dem einen oder anderen Forscher tatsächlich zweifelhafte Handlungen und Aussagen gab.

Kategorie: Allgemein
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