Wettrüsten gegen Terrorgefahr in Flugzeugen

08.07.2014 cleaulem

Wieder einmal wollen die USA die Sicherheitskontrollen an den Flughäfen verschärfen lassen. Gut und schön, diese Nachricht hört man ja in schöner Regelmäßigkeit. Sie unterscheidet sich nur jedesmal in der absurden Maßnahme mit der noch absurderen Begründung. Dass man keine scharfen Gegenstände wie Scheren und Messer mitnehmen darf: geschenkt. Aber dass Flüssigkeiten tabu sein sollen, weils da mal einen Anschlagsversuch gab, okay, das fing schon an, ein bisschen übertrieben zu wirken.

Es findet ein regelmäßiges Wettrüsten statt zwischen den Behörde, die (angeblich) die Sicherheit der Bürger im Sinn hat und den Terroristen, die (angeblich) immer wieder versuchen, auf die absurdeste Art und Weise Sprengstoff oder Waffen in die Flugzeuge zu schmuggeln. Deshalb müssen die Leute immer penetranter trangsaliert werden, ehe sie ins Flugzeug steigen. Man soll sich sogar in einen Nacktscanner stellen, damit die Sicherheitsbeamten die Fluggäste bespannen… äh schauen können, dass die nichts gefährliches am Körper tragen.

Dazu fallen mir vor allem zwei Dinge ein:

Erstens hat es seit den Anschlägen vom 11. September 2001 keinen einzigen weiteren erfolgreichen Anschlag auf ein Flugzeug gegeben. Entweder sind die Maßnahmen bisher sehr ausreichend oder die Terroristen sind strunzdoof. Wenn ich sowas vorhätte, würde ich bestimmt mit ein bisschen Nachdenken Mittel und Wege finden, um sowas auch erfolgreich in die Tat umzusetzen. Es gibt keine lückenlosen Systeme. Es gibt immer einen Weg, etwaige Sicherheitsmaßnahmen zu umgehen. Ich habe sowas nicht vor, aber wenn es so wäre, würde ich mir irgendetwas ausdenken können, da bin ich mir sicher.

Und zweitens: Unsere Freiheiten werden immer weiter im Namen der Terrorabwehr beschnitten. Wir müssen einen regelrechten Seelenstriptease hinlegen, wenn man nur mal wohin reisen will. Unsere gesamte Kommunikation wird überwacht. Mal ehrlich: Wenn einer einen Terroranschlag plant, wird der das bestimmt total offensichtlich über E-Mail und SMS abwickeln. So blöd kann doch kein Terrorist sein. Die würden doch den Ball flachhalten. Alles mit Bargeld zahlen, damit man die Transaktionen nicht nachvollziehen kann. Und über größere Entfernungen über Laufburschen kommunizieren oder über verschlüsselte Nachrichten.

Was bringt diese Schnüffelei und Gängelei überhaupt? Fühlen sich die Menschen sicherer? Denken sich die Terroristen, das hat eh keinen Sinn, also lassen wir es? Nein! Es verhärtet höchstens die Fronten. Wenn man den Terrorismus wirklich nachhaltig bekämpfen will, muss man dafür sorgen, dass die Leute keinen Grund mehr dafür sehen, andere Menschen in die Luft zu sprengen. Man muss den Leuten in den Ländern, in denen sich die Terroristen rekrutieren, eine Perspektive geben. Sie müssen Zugang zu Bildung erhalten, damit sie die Parolen der Terrorführer als die Lügen entlarven können, die sie sind. Und man muss aufhören, diese Leute wie Menschen zweiter Klasse zu sehen, die eh nichts vor die Füße bringen.

Prävention ist nötig. Aber es ist auch anstrengender. Da schürt man doch lieber den Hass durch unnötige Kriege und offenkundig strategisch begründete Unterstützung zweifelhafter Gestalten. Und man unterdrückt die eigene Bevölkerung und nimmt ihr die bürgerlichen Freiheiten. Das ist sehr viel bequemer, und hat noch den Vorteil, dass man die Menschen so schön kontrollieren und missliebige Meinungen unterbinden kann.

Kategorie: Allgemein
Stichwörter:

« - »

Keine Kommentare»»

Es gibt noch keine Kommentare zu diesem Artikel.

RSS-Feed für Kommentare zu diesem Beitrag- Trackback

Schreibe einen Kommentar!

Folgende HTML-Tags sind erlaubt: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong> .

%d Bloggern gefällt das: