Wiederholt sich Geschichte?

03.08.2014 cleaulem

Vor genau 100 Jahren begann der Erste Weltkrieg, die „Urkatastrophe des 20. Jahrhunderts“. Viel ist seither geschehen. Versailler Vertrag, der Zweite Weltkrieg, der Kalte Krieg. Nach dem Zweiten Weltkrieg kam ein Prozess der Europäischen Einigung zustande, der in der Geschichte einmalig ist. Seit über 60 Jahren herrscht in Mitteleuropa Frieden.

1992 postulierte der Politikwissenschaftler Francis Fukuyama das „Ende der Geschichte“. Mit Ende des Kalten Krieges hätte sich das Modell der westlichen Demokratien auf breiter Ebene durchgesetzt. Eine Phase des Friedens und des Wohlstandes würde für alle Menschen anbrechen. Was ist daraus geworden? Der 11. September 2001 hat die wahren Verhältnisse aufgezeigt. Heute werden die Grund- und Bürgerrechte im Namen der Terrorismusbekämpfung nach und nach abgeschafft. Und auf der Welt herrscht Krieg, mehr denn je. Schon der Ukraine-Konflikt zeigt, dass in Europa immer noch Krieg möglich ist.

Und wie sieht es mit dem Wohlstand aus? Noch immer gibt es viele, die nahezu hemmungslos den Konsum zelebrieren können. Man muss sich nur umschauen, wieviele Menschen Geld für unnütze Dinge ausgeben und trotzdem nicht glücklich sind. Doch dieser Schein trügt. Immer mehr Menschen haben garnichts oder sogar weniger. Die Wohlstandsschere in diesem Land geht auseinander. Und dies ist ein Trend, der schon sehr lange anhält und der wohl auch von den Eliten so gewollt ist. Anders kann man sich deren ignoranten Verhalten garnicht erklären.

Wie sieht es nun mit der europäischen Einigung aus? Ist sie ein Modell der Zukunft? Im Moment sieht es nicht so aus. Nationalistische Resentimments nehmen immer mehr zu. Nationale Populisten erzielen bei Wahlen immer höhere Ergebnisse, und sogar etablierte Parteien (bestes Beispiel: CSU) begeben sich auf dieses Niveau herab. In Großbritannien wird offen über den Austritt aus der EU debattiert, die Tories werben sogar damit im Wahlkampf. In der Eurokrise sieht jedes Land nur die eigenen Interessen, sollen die anderen doch krepieren, solange es nur uns gut geht. Und das soll die europäische Einigung sein?

In Europa herrscht nach wie vor Krieg. Die Jugoslawienkriege in den 90ern, der Kosovo-Konflikt und jetzt die Ukraine. Die Demokratie ist weltweit eher im Rückgang begriffen und auch die westlichen Demokratien zeigen erste Zerfallserscheinungen, ohne dass ich hier den Teufel an die Wand malen möchte.

Wie hat man nach dem Ersten Weltkrieg gesagt: So etwas wird sich nicht wiederholen. So dachte man tatsächlich. Und dann kam der Krieg, der den Ersten Weltkrieg in Opferanzahl und Zerstörung in den Schatten stellen sollte. Auch heute sollte man sich nicht zu sicher sein. Der Friede und der Wohlstand, den wir hier genießen, muss nicht für immer anhalten. Es kann oft schneller gehen als erwartet.

Kategorie: Allgemein
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