Die Tomatentheorie

08.08.2014 cleaulem
Tomate

Viele Menschen gehen durch die Welt, als wären sie Tomaten.

Heute will ich über eine Theorie schreiben, die ich schon vor geraumer Zeit aufgestellt habe: die Tomatentheorie. Sie sagt kurz gesagt einfach aus, dass viele Menschen durch das Leben gehen, als wären sie eine Tomate. Was ist damit gemeint?

Der Begriff Tomate habe ich aus der Folge „ABF’s – Allerbeste Freunde“ aus der neunten Staffel der Serie South Park. In dieser Folge stirbt Kennys Gehirn, aber sein Körper wird durch Maschinen am Leben erhalten. Der Arzt erklärt seinen Eltern, dass die meisten seiner Gehirnzellen irreparabel geschädigt wurden, so dass er nur noch eine Art „Tomate“ sei, eine Hülle ohne Wahrnehmung. Hier ist der Clip mit der Szene.

Nun habe ich diesen Begriff ein wenig ausgedehnt, und zwar auf Menschen wie du und ich, die durch das Leben gehen. Ich habe nämlich oft das Gefühl, dass viele Menschen wie „Tomaten-Kennys“ sind, also herumlaufen, ohne irgendetwas wahrzunehmen. Vor allem wenn es darum geht, Zusammenhänge zu begreifen, stellen viele augenscheinlich auf Durchzug. Bei manchen frage ich mich sogar, wie sie überhaupt in freier Wildbahn überleben können, so verpeilt und dämlich wie sie sind.

In meinem Job habe ich viel mit Kunden aller Altersklassen zu tun. Und oft muss ich da erleben, dass viele dieser Kunden die einfachsten Zusammenhänge nicht begreifen können oder wollen. Selbst wenn man es ihnen erklärt, hat man oft den Eindruck, dass es von einem Ohr direkt zum anderen wieder hinausgeht, ohne dass etwas hängengeblieben wäre. Und wenn mal Zusammenhänge gebildet werden, sind die oft dermaßen falsch, dass man sich einfach nur an den Kopf fassen möchte. Ich habe da wirklich Sachen gehört, die einfach nur haarsträubend sind und wo ich mich gefragt habe, wie ein Mensch mit mehr als drei Gehirnzellen auf so ein dummes Zeug kommen kann.

Ein nettes Beispiel für dieses Phänomen ist die Seite daujones, wo es hauptsächlich um Computer-DAUs (dümmste anzunehmende User) geht, wo aber auch andere Geschichten mit denkfaulem Gemüse verbreitet werden. Die Tomatendichte ist auf dieser Seite sehr sehr hoch. Und falls man meint, dass viele dieser Geschichten doch erfunden sein müssten, so dumm kann doch niemand sein… Nun, ich glaube JEDE dieser Geschichten. Ich habe es selbst erlebt. So dumm SIND die Leute.

Doch woran liegt das? Sind die Menschen echt so dumm? Können die garnicht anders? Haben sie einfach nicht die intellektuellen Kapazitäten, um komplexere Zusammenhänge zu begreifen? Meine Antwort ist ein Jein mit einer starken Tendenz zum Nein. Natürlich haben die Menschen unterschiedliche Hirnkapazitäten. Es gibt Menschen, die absolute Genies sind, ohne dass sie etwas dafür tun müssten, und andere, die niemals über die Kleinkindphase hinauskommen. Aber das sind Extreme, und von denen ist hier garnicht die Rede.

Hier geht es um Menschen, deren IQ im Durchschnittsspektrum liegt, also zwischen 85 und 115. Und viele dieser Menschen sind schlicht und ergreifend Tomaten. Wenn man diese Menschen beobachtet, merkt man, dass sie eigentlich die Kapazitäten hätte, mit offenen Augen durchs Leben zu wandeln und ihre Umwelt bewusst  wahrzunehmen. Doch sie sind schlicht und ergreifend absolut denkfaul. Sie machen sich einfach nicht die Mühe, über etwas nachzudenken, sondern möchten es am liebsten in mundegerechten Häppchen serviert bekommen, damit sie nicht zu sehr darauf herumkauen müssen.

Diese Denkfaulheit ist ziemlich weit verbreitet. Die meisten Menschen haben einen langweiligen Beruf, der sie intellektuell nicht wirklich fordert bzw. stimuliert, sie aber körperlich erschöpft. Nach Feierabend lassen sie sich dann von den Medien berieseln oder betreiben Aktivitäten, die sie geistig nicht allzusehr anstrengen. Da ist es kein Wunder, wenn diese Menschen geistig irgendwann komplett abstumpfen und absolut nichts mehr mitkriegen.

Ganz oft ist auch zu beobachten, dass vor allem Frauen, und zwar eher Hausfrauen, ganz besonders „tomatig“ sind. Der Mann schafft das Geld ran, und die Frau besorgt den Haushalt, kümmert sich um die Kinder und macht das Essen. Auch wenn viele sagen würden, dass sowas auch durchaus erfüllend sein kann und niemanden daran hindert, sich auch intelektuell zu beschäftigen, sind doch sehr viele Hausfrauen total abgestumpft. Ich beobachte das sehr oft. Diese Menschen sind dann oft besonders schwer von Begriff. Wobei die Ehemänner in vielen Fällen ihren Frauen in der Tomatigkeit in nichts nachstehen. 😉

Man kann also als Fazit sagen, dass in unserer Gesellschaft die Tomaten eine sehr häufige Spezies sind, die durch Konsum, Leistungsdruck und Rollenerwartungen stark gedeiht. Ich finde das schade. Denn so nehmen sich viele Menschen selbst viel Schönes, das direkt neben ihnen am Wegesrand liegt und woran sie einfach unbedacht vorbeigehen. Und sie machen es sich und anderen Menschen schwerer als notwendig. Nur mal einen Augenblick darüber nachdenken würde schon viel helfen. Doch viele Menschen haben dies wohl verlernt, wenn sie es denn jemals gelernt haben.

Kategorie: Allgemein
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