Erst das Fressen, dann die Moral

23.08.2014 cleaulem
Der Limburger Dom auf dem alten 1000 DM-Schein. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt.

Der Limburger Dom auf dem alten 1000 DM-Schein. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt.

Und hier wieder eine Meldung, die zwischen den Zeilen sehr viel über Moral und Anstand in diesem Land zu sagen hat. Und zwar geht es darum, dass in Hessen seit letztem Jahr die Zahl der Kirchenaustritte um 50 Prozent gestiegen ist. Das ist schon eine happige Zahl. Doch wie kommt es dazu? Durch die Kirchensteuer.

In dem Artikel heißt es:

Hintergrund ist womöglich ein Brief, den viele Kirchenmitglieder von ihrer Bank erhalten haben. Darin wird ihnen mitgeteilt, dass die Bank ab 2015 automatisch die fällige Kirchensteuer auf Kapitalerträge ans Finanzamt abführt. Es handelt sich dabei nur um ein neues Abbuchungsverfahren. Bei vielen Mitgliedern sei aber offenbar der falsche Eindruck entstanden, es gebe eine neue Abgabe, erklärte die Evangelische Kirche Hessen-Nassau. Aus Verärgerung darüber seien viele ausgetreten

Also da kommen gleich mehrere Dinge ans Licht, die doch sehr interessant ist. Zunächst einmal die Dummheit der Leute, die ohne nachzudenken gleich solche heftigen Konsequenzen ziehen. Bei genauerem Lesen hätte ihnen nämlich auffallen müssen, dass sie eben nicht mehr Kirchensteuern zahlen müssten, sondern dass die bereits erhobenen einfach nur anders abgebucht werden. Nachdenken würde da helfen, anstatt gleich total zu überreagieren.

Vor allem ist aber interessant, dass für die meisten „Kirchenmitglieder“ beim Geld der Spaß aufhört. Wie heißt es so schön: Erst das Fressen, dann die Moral.“ Diese Menschen machen einfach alles mit, ohne sich groß um irgendetwas zu scheren. Doch wenn es ihnen (vermeintlich) an den Geldbeutel gehen soll, dann sind sie auf einmal auf hundertachtzig. Also ist ihnen ihr Geldbeutel wichtiger als ihr Seelenheil. War da nicht was mit Kamelen und Nadelöhren?

Also so scheint es ja mit dem „Glauben“ bei vielen nicht so weit bestellt zu sein. Naja, bei diesen Mafiamethoden ist das aber auch ein Stück weit verständlich. Die Kirche verlangt von ihren Mitgliedern „Abgaben“, um mitmachen zu dürfen. Das hat schon ein bisschen was von Schutzgeld. „Oh, du willst doch nicht etwa, dass du nach deinem Tod in der Hölle landest. Das wäre doch zu schade. Aber wenn du uns monatlich ein bisschen was abdrückst, dann könnten wir schon was machen.“ Und dann lässt die Kirche auch noch den Staat die Drecksarbeit erledigen und lässt ihn diese Steuern auch noch unentgeltlich eintreiben.

Man kann doch hier sehr schön die Doppelmoral von allen Seiten sehen. Wasser predigen und Wein trinken. Das gilt für die Kirchen, aber auch für ihre Mitglieder. Gier und Habsucht wohin das Auge reicht. Dass es mehr Kirchenaustritte gibt finde ich gut, aber die Motive vieler finde ich einfach nur zum Kotzen.

Kategorie: Allgemein
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