Hubschrauber-Altvordere

31.08.2014 cleaulem
Wer in der Nähe einer von Helikopter-Eltern geplagten Schule wohnt kennt sich mit Parkplatzmangel aus.

Wer in der Nähe einer von Helikopter-Eltern geplagten Schule wohnt kennt sich mit Parkplatzmangel aus.

Die Überschrift ist ein witzig gemeintes Pseudonym für die sogenannten „Helikopter-Eltern“. Wo immer sie auftreten, sind sie ein lästiges Ärgernis für ihre Umgebung. Und damit sind nicht nur die Lehrer ihrer Sprösslinge gemeint, nein, auch die unmittelbare Umgebung muss unter ihrem Gebahren leiden.

Jetzt will der Ordnungsamtsleiter in Wülfrath mit sogenannten „Kiss+Ride-Parkplätzen“ für Ordnung sorgen. Doch wird das helfen, das Problem in den Griff zu bekommen?

Der Artikel auf Spiegel Online beschreibt das Problem ganz gut:

Jede Menge Autos, Gehupe, dazwischen rennende Kinder – vor vielen deutschen Grundschulen ist das Chaos morgens der Normalfall. Denn oft bringen Eltern ihre Sprösslinge mit dem Wagen zur Schule – und manche würden, wenn das ginge, erst am Klassenzimmer die Türen öffnen. Die Folge: Am Straßenrand wird gedrängelt, wild wendende Eltern bringen Kinder und andere Verkehrsteilnehmer in Gefahr.

Ich kenne dieses Szenario nur zu gut, wohne ich doch gegenüber einer Schule, in der es sehr viele Helikoptereltern gibt. Jeden Morgen gegen acht Uhr und mittags gegen 12/13 Uhr dasselbe Theater. Alle Parkplätze sind komplett zugestellt. Die Straße mit wendenen, manövrierenden und parkplatzsuchenden SUVs oder Minivans verstopft und haufenweise Eltern, die ihren Kinder sogar noch den Schulranzen hinterhertragen.

Der Spiegel Online Artikel hat auch noch ein Symbolbild mit der Bildunterschrift:

„Hast du auch dein Schulbrot, Schatz?“ Viele Eltern würde ihre Sprösslinge am liebsten bis ins Klassenzimmer bringen

Wie, sie würden es am liebsten tun? SIE TUN ES DOCH SCHON!!! An unserer Schule ist das Gang und Gäbe. Die Muttis stellen ihre Autos (am liebsten gegen die Fahrtrichtung, weil es so ja viel bequemer ist) an der Straße ab und bringen ihre Kinder noch persönlich ins Klassenzimmer.

Nun wollen sie in Wülfrath Parkplätze extra für Eltern einrichten. Ich halte dies aus mehreren Gründen für Quatsch. Zuerst einmal wird dadurch das Verhalten dieser Leute auch noch bestätigt. Ich finde das furchtbar. So lernen die Kinder meiner Meinung nach nur, dass man nicht selbstständig zu sein braucht oder gar selbst denken muss. Dieses idiotische Verhalten wird ihnen Tag für Tag als richtig vorgelebt. Man sollte versuchen, dieses Verhalten zu unterbinden und nicht einfach nur die direkten Auswirkungen zu verlagern.

Außerdem werden diese Sonderparkplätze, wenn sich die Wülfrathener Helikoptereltern genauso verhalten wie die hiesigen, nicht genutzt werden. Die Eltern werden weiterhin direkt vor der Schule parken. Warum? Weil sie STINKENDFAUL sind. Sie nehmen die Mühsal auf sich, ihre Kinder durch das Verkehrschaos täglich zur Schule zu hofieren, sie sind aber zu faul, vom Auto aus mehr als zwei Meter zu laufen. Da parken sie lieber in der Hoffahrt der Schule oder auf dem Behindertenparkplatz, auch wenn sich eigentlich der Bus mit den behinderten Kinder grade dorthinstellen wollte.

Da muss ich an eine Begebenheit denken, die genau an dieser Torfahrt passiert ist. Der Bus stellt sich auf den Behindertenparkplatz. Direkt dahinter stellt sich sofort ein Helikoptervater mit seinem SUV, so dass der Fahrer des Buses die Kinder nicht ausladen kann. Der muss aber sobald wie möglich wieder weg. Was macht er? Er stellt seinen Bus um, so dass er ihn entladen kann. Dummerweise steht er dadurch aber so, dass der Vati, der in der Zwischenzeit zurückgekommen war, mit seine, SUV nicht mehr wegkonnte. Das zu sehen hat mir schon eine gewisse Genugtuung verschafft. Nur soviel zur Faulheit und Ignoranz dieser „Supereltern“. Für mich sind die nichts anderes als egoistisches Gesindel.

Schließlich geht aus dem Artikel auch hervor, dass durch weniger Hol- und Bringverkehr auch die Verkehrssicherheit wachsen würde. Das ist auch logisch. Denn gefährlich wird der Schulweg für die Kinder erst, wenn die Eltern anderer Kinder diese mit dem Auto zur Schule bringen. Weniger Verkehr, weniger Gefährdung.

An der Schule gegenüber hat es auch ein Paar nette Vorfälle gegeben. So sah ich einmal einen Aushang einer Lehrerin, deren Auto durch ein anderes in gerade dieser Straße schwer beschädigt wurde. Der Verursacher beging Fahrerflucht. Oder das eine Mal, als ich mit einer Helikoptermutter aneinandergeriet. Sie versuchte in einer Parklücke zu manövrieren. Vor ihr stand mein Auto, hinter ihr ein anderes. In ihrer Unfähigkeit dotzte sie mit ihrem Heck an das andere Auto. Das machte ich ein wenig ungehalten, ich sagte ihr (okay, nicht wirklich freundlich) dass sie doch aufpassen solle, wie sie fährt. Dieses blöde Luder wurde sofort frech und ausfallend. Und das VOR ihrem Kind. Das nenne ich mal ein gutes Vorbild.

Die meisten dieser Kinder könnten den Weg zu dieser Schule problemlos zu Fuß bewältigen. Eine Bekannte von mir ging als Kind selbst auf diese Schule und ist täglich über einen Kilometer durch ein Bachtal hingelaufen. Viele Kinder, die gefahren werden, haben einen kürzeren Weg zu dieser Schule. Außerdem lernen diese Kinder nicht, sich richtig im Straßenverkehr zu bewegen. Und wenn sie auch noch das asoziale Verhalten ihrer Eltern adaptieren, dann tun mir die Lehrer leid, die diese Kinder UND auch noch ihre Eltern ertragen müssen.

Kategorie: Allgemein
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