Microsoft kauft Mojang

23.09.2014 cleaulem

Jaja, ich schreibe das hier über eine Woche, nachdem die Nachricht herauskam. Aber ich war in dieser Zeit nicht in Deutschland und hatte kein vernünftiges Internet. Aber nun weiß ich es: Microsoft hat Mojang gekauft. In meinem letzten Beitrag hatte ich geschrieben, dass dies ein fatales Signal an die Communitiy wäre.

Nun habe ich die Stellungnahme von Mojang-Besitzer und Minecraft-Erfinder Notch gelesen und meine Meinung redigiert. Ich hatte geschrieben, dass er nicht seine Seele verkaufen solle, doch sehe ich nun, dass er im Gegenteil Mojang gerade deshalb verkauft, weil er dies nicht will.

Er ist ein einfacher Nerd, der einfach nur kleine Spiele entwickeln will und Spaß haben will. Der tut dies nicht für Geld oder Ruhm. Nun wurde Minecraft unerwarteterweise ein Riesenhit, und Notch kam damit auf Dauer einfach nicht klar. Er gab schließlich die Rolle des Chefentwicklers ab, um sich anderen Projekten widmen zu können. Doch Notch war weiterhin die Personifikation von Minecraft. Und das wurde ihm zuviel.

Er wollte die Verantwortung nicht weiter tragen. Er wollte sich auf andere Dinge als Minecraft konzentrieren können. Und das ist ja auch sein gutes Recht. Er hatte nie das Ziel, Minecraft so groß zu machen. Es ist ihm quasi über den Kopf gewachsen. Es wurde zu groß für ihn.

Nachdem ich Notch’s Statement gelesen habe, kann ich ihn gut verstehen. Vor allem macht es mich froh, dass er es nicht des Geldes wegen tut, dass ihn das Geld an sich gar nicht interessiert.

„Ironie“

Es gibt aber auch einige, die das nicht begreifen können. So stichelt der Oculus-CEO Brendan Iribe über die „Ironie“ des Verkaufes von Mojang an Microsoft, da Notch im März dieses Jahres sich ja auch über den Verkauf von Oculus an Facebook entrüstet hatte. Doch ich finde, dass dies eine vollkommen andere Sache ist.

Oculus war ursprünglich ein Crowdfunding-Projekt auf Kickstarter. Die Fans haben dieses Projekt überhaupt erst ermöglicht. Es war ein absolutes Indie-Projekt, das auf dem Vertrauen der Community basierte, bevor überhaupt erste konkrete Ergebnisse vorzuweisen waren. In dieser Entwicklungsphase kam nun die Nachricht, dass Oculus von seinen Gründern für 2 Milliarden Dollar an Facebook verkauft wird. Hätte ich bei Kickstarter Oculus Rift unterstützt, hätte ich dies als Schlag ins Gesicht betrachtet. So sah dies auch Notch und stoppt die Entwicklung von Minecraft für Oculus Rift. Das Vertrauen der Unterstützer wurde für den Kommerz mit Füßen getreten.

Vielleicht ist diese Haltung von mir etwas krass, aber für mich wurde da eine Grenze des guten Benehmens überschritten. Nun kann man Notch so etwas nicht vorwerfen. Er hat Mojang mit eigener Kraft aufgebaut und hat mit Minecraft ein Produkt verkauft, das schon in der Alpha-Phase benutzbar war. Minecraft ist schon längst in der Release-Phase, es wurden sogar kostenlos weitere Funktionen hinzugefügt. Mojang lieferte Ergebnisse. Sie haben es vor allem aus eigener Kraft geschafft.

Sie haben sich nicht einen Vorschuss von anderen erbettelt, um dann schließlich das Projekt an eine Riesenfirma für einen Sack voll Geld zu verscherbeln, bevor diejenigen, die diesen Erfolg erst ermöglichten, überhaupt etwas von diesem Vertrauen hatten. Oculus sollte sich über den Kauf von Mojang durch Microsoft doch bitte bedeckt halten. Das ist eine ganz andere Geschichte.

Kategorie: Allgemein
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