Die Salonbolschewistin

13.10.2014 cleaulem
Krieg ist böse! Aber wenn man geschlagen wird, darf man sich nicht wehren?

Krieg ist böse! Aber wenn man geschlagen wird, darf man sich nicht wehren?

Da hat die „friedenspolitische Sprecherin“ der Linken, Christine Buchholz ja eine unheimlich konstruktive Aktion veranstaltet. Stellt ein Bild von sich mit einem Tranparent ins Netz mit dem Text: „Solidarität mit dem Widerstand in Kobane! US-Bombardement stoppen!“ Man könnte es auch übersetzen mit: „Macht den da mal sauber, aber macht ihn nicht nass!“

Und natürlich brach ein ziemlicher Shitstorm über die Frau los. Ein wenig verdient muss ich da sagen, denn diese Forderung zeugt einfach nur von Dummheit und Weltfremdheit.

Wie begründet Frau Buchholz aber diese Forderung?

Der IS kann nur geschlagen werden, wenn er innerhalb der sunnitischen Bevölkerung im Irak und Syrien auf massiven Widerstand stößt. Luftangriffe durch imperialistische Staaten sind diesbezüglich politisch kontraproduktiv.

Liebe Frau Buchholz, ich glaube, Sie übersehen da etwas. Es ist mitnichten nur der geringe Widerstand der sunnitischen Bevölkerung, der hier die Stärke des IS ausmacht. Jeglicher Widerstand in den eroberten Gebieten wird mit barbarischer Grausamkeit im Keim erstickt. Menschen werden wegen geringster Vergehen grausam umgebracht. Besonders hat es den IS-Kämpfern das Köpfen von Leuten angetan. Sie posieren sogar mit den abgeschlagenen Köpfen als wären es Trophäen.

Ich glaube es wäre auch den Kurden in Kobane ziemlich egal, ob Luftunterstützung von einem „imperialistischen“ Staat käme oder von der guten alten Sowjetunion aka Paradies der Werktätigen. Der Vormarsch des IS muss gestoppt werden. Und da ist es nicht gerade hilfreich, wenn man verlangt, die USA davon auszuschließen. Was soll es denn bringen?

Ich will hier nicht näher auf die Hintergründe des ganzen eingehen. Natürlich sind die USA für dieses Schlamassel größtenteils durch den Irakkrieg 2003 mitverantwortlich. Aber nun ist einmal das Chaos dort ausgebrochen und es muss gehandelt werden, sollen die Verbrecher vom IS nicht den ganzen Nahen Osten terrorisieren.

Was mich nun an Christine Buchholz stört? Sie ist nichts weiter als eine billige Salonbolschewistin, die schöne Reden schwingen kann, Frieden und Gerechtigkeit für alle fordern kann, die aber, wenn es denn mal hart auf hart käme, als allererste die Flucht ergreifen würde. Sie verkennt in ideologischer Verblendung die Realität und ordnet alles nach ihrem starren ideologisch verkrusteten Weltbild ein: Die USA sind die bösen Imperialisten, die bösen Israelis unterdrücken die supertollen Palästinenser und der Sozialismus wird irgendwann doch noch siegen.

Ich sage nicht, dass die USA supertoll sind und das Israel immer alles richtig macht. Aber ich versuche doch zu differenzieren, was Frau Buchholz nicht tut.

Und warum denke ich, dass sie nur Lippenbekenntnisse abgibt und nicht wirklich hinter dem steht, was sie sagt? Ich sehe es an ihrer Biografie. Sie studierte 7 Jahre lang, also 14 Semester, Erziehungswissenschaften und Sozialwissenschaften mit Schwerpunkt Politik und Religion an der Universität Hamburg. Sie hat also ganz schön lange gebraucht. Und nebenbei noch als Assistentin für Menschen mit Behinderung gearbeitet. Gleichzeitig war sie noch bei der antifaschistischen Arbeit aktiv und engagierte sich bei der trotzkischen Organisaton Linksruck.

Wenn man sich engagiert, ist dagegen nichts zu sagen. Aber ich habe selbst viele Menschen erlebt, die in der Behindertenarbeit tätig waren, und das waren doch teilweise sehr unangenehme Zeitgenossen. Diese Menschen haben einen ziemlichen Dünkel, halten sich für was besseres und schauen auf andere herab, die nicht so „engagiert“ sind wie sie selber. Diese Menschen haben meistens einen familiären Hintergrund, der es ihnen erlaubt, sich im Sozialbereich zu engagieren, ohne selbst Abstriche hinnehmen zu müssen.

Ich spreche hier nicht von Menschen, die sich von Herzen im sozialen Bereich engagieren, die ihre wertvolle Freizeit opfern und mit Eifer und Hingabe Energie und Geld investieren, um anderen Menschen ein besseres Leben ermöglichen zu können. Diese Menschen haben meine ganze Hochachtung. Ich spreche hier von Menschen aus gutgestelltem Elternhaus, die die soziale Arbeit benutzen, um sich wichtig zu machen.

Und so ein Mensch ist Christine Buchholz. Sie ist die Enkelin des Chirurgen Hans-Wilhelm Buchholz, der in Hamburg eine Klinik für Gelenkersatz gründete. Man kann sich vorstellen, wieviel Geld dieser Mann damit gemacht haben mag. Auf jeden Fall genug, dass sich seine Enkelin mit kruden Thesen und pseudopazifistischen Lippenbekenntnissen wichtig machen kann.

Der Frau geht es gut. Sie hatte nie materielle Sorgen und musste sich wahrscheinlich nie wirklich Gedanken darüber machen, wie sie ihre Rechnungen bezahlen kann oder wie finanziell über den Monat kommt. Aus dieser Situation ist auch ihre ideologische Position zu verstehen. Sie hat die Wahrheit für sich gepachtet, so dass sie den ganzen armen Menschen, von denen sie ja keiner ist, ein besseres Leben bescheren kann. Sie schaut jedoch insgeheim auf die anderen Menschen herab aus ihrer priviligierten Position.

Sie denkt nicht darüber nach, wie man anderen wirklich helfen kann oder welche Probleme wirklich angepackt werden müssten, sondern beurteilt alles nach ihrer vorgefertigten Ideologie. Der IS ist also ein soziales Problem? Also braucht man nur mit denen reden!? Das ist einfach nur weltfremd.

So ziemlich alle ernstzunehmenden Leute distanzieren sich von Buchholz. Doch sie hat genug Seilschaften, über die sie sich wichtig machen kann. Sie wird also wieder zuschlagen mit ihrer bornierten ideologischen Dummschwätzerei.

Tut mir leid, dass ich hier so polemisch war, aber Menschen wie sie regen mich einfach nur auf.

Kategorie: Allgemein
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