Eine deutsche Maggie Thatcher? AAAAHHHHHHH!!!!!

26.10.2014 cleaulem

Boah ey, ich krieg meistens schon Pickel, wenn ich nur die Überschriften der Texte von Jan Fleischhauer lese. Und auch diesmal komme ich aus dem Kotzen nicht heraus: Wo ist die deutsche Maggier Thatcher?

So etwas kann auch nur ein notorischer Krampfkonservativer wie Jan Fleischhauer fragen. Der findet doch alles toll, was irgendwo das Etikett „konservativ“ drankleben hat, und sei es noch so dämlich und schädlich. Hauptsache, den dummen Linken eine vor den Latz knallen. Die haben nämlich IMMER unrecht, weil der liebe Herr Fleischhauer ja nette Komplexe hat wegen seiner Sozeneltern.

Und so mutiert sogar Maggie Thatcher für ihn zur Retterin der britischen Nation, weil sie ja eine Konservative war und die bösen bösen Gewerkschaften an die Leine gelegt hat.

Der Blick in die Geschichte der Nachbarinsel zeigt, wohin ein Industrieland kommt, wenn Gewerkschaften ungehindert ihre Interessen gegen die Allgemeinheit durchsetzen. „Secondary picketing“ nannten sie dort im Winter 1978/79 ihre Methode, durch gezielte Aktionen Teile des öffentlichen Lebens lahmzulegen.

Ja, die bösen Gewerkschaften, die für ihre Mitglieder bessere Arbeitsbedingungen erkämpfen wollen. Wie können sie nur.

Es ist zweifellos der große bleibende Verdienst von Margaret Thatcher, die Macht der Gewerkschaften gebrochen zu haben. Wer über die Unnachgiebigkeit der Eisernen Lady klagt, vergisst, wo Großbritannien stand, bevor sie das Ruder übernahm: Nach fast fünf Jahren Labour-Regierung war die Produktivität auf das Niveau der DDR gesunken. Dafür konnten die Arbeiterführer ungehindert damit drohen, das Land ins Chaos zu stürzen, wenn die Gegenseite nicht umgehend ihren Forderungen nachkam.

Ja, und jetzt sieht es in Großbritannien ja so viel besser aus. Wie sieht es denn aus? Die Produktivität ist natürlich gestiegen. Und wie? Ganz einfach, die Industrie wird kaputt gemacht. Wo nichts ist, kann auch nichts unproduktiv sein. Und alles wird auf Teufel komm raus privatisiert. Da wird das unproduktive Sozialsystem einfach abgeschnitten und alles ist gut.

Man kann sich darüber streiten, ob die Gewerkschaften Großbritannien in den 1970er Jahren an den Rand des Ruins gebracht haben. Genauso kann man sich über die Gewerkschaft der Lokführer streiten, ob deren aktuelle Forderungen denn überhaupt gerechtfertigt sind. Doch man sollte dabei niemals die wichtige Rolle der Gewerkschaften in der Vergangenheit vergessen.

Es ist allein den Gewerkschaften zu verdanken, dass es allen Arbeitnehmern heute NOCH so gut geht. Dass sie so hohe Löhne bekommen mit Urlaubsansprüchen und anderen Vergünstigungen. Diese Standards sind nicht selbstverständlich. Vor einigen Jahrzehnten mussten die Gewerkschaften diese Dinge hart erkämpfen

Heute werden diese Sachen als Selbstverständlichkeiten angesehen. Doch die Gewerkschaften werden immer mehr in Frage gestellt. Ihre Strukturen seien aufgebläht, ihre Funktionäre korrupt und nur auf den eigenen Vorteil bedacht. Auch wenn dies stimmen mag, heißt das, dass Gewerkschaften abgeschafft gehören?

Wer so argumentiert, ist arbeitnehmerfeindlich. Ja, so radikal sehe ich das. Nur wenn sich Arbeitnehmer zusammenschließen können, sind sie in der Lage, gegen die Arbeitgeber zu bestehen und sich nicht deren Bedingungen aufdrücken zu lassen.

Man müsste die Gewerkschaften vielleicht reformieren, deren Apparate mit den Funktionären eventuell entschlacken, aber abschaffen ist absolut keine Lösung, denn sonst herrschen hier auch bald britische Verhältnisse.

Wie sieht es denn aus in Großbritannien. Die Industrie ist kaputt, die Menschen auf dem Land sind verarmt. Im Prinzip ist es nur noch London, das das Land wirtschaftlich am Leben erhält. Ohne den aufgeblähten Bankensektor wäre das Land wirtschaftlich am Ende. Und die Arbeiter, die noch in der Indstrie arbeiten, sind dank Margaret Thatcher nicht mehr in der Lage, sich für bessere Arbeitsbedingungen stark zu machen. Produktivitätssteigerung auf Kosten derjenigen, die die Produktivität überhaupt erbringen.

Das londoner Finanzzentrum ist das Wirtschaftszentrum des Landes. Dort wird das meiste Kapital des Landes quasi aus dem Nichts erschaffen (was sonst sind denn Finanzgeschäfte bitteschön?). London wurde durch die Finanzkrise hart getroffen, und damit das ganze Land. Wenn die Blase, die wieder am sich aufbauen ist, platzt, dann wird es dort ganz mächtig knallen. Dank Maggie Thatcher.

Ich möchte in keinem Deutschland leben, in dem eine Maggier Thatcher das sagen hat.

Kategorie: Allgemein
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