Can there be a purely aesthetic appreciation of religious art?

25.03.2015 cleaulem

relikunst

Ist die rein ästhetische Würdigung religiöser Kunst möglich?

In diesem Beitrag geht es nicht um die Frage, was Kunst überhaupt ist oder was zur Kunst gezählt werden kann. Wir nehmen einfach mal an, es gäbe die absolute Definition von Kunst, mit der jeder Mensch übereinstimmen könnte. Dann können wir über religiöse Kunstwerke sprechen und ob man diese Kunstwerke würdigen kann, ohne dass man sich dabei über ihre religiöse Botschaft Gedanken macht.

Zunächst einmal ist Kunst eine Geschmackssache. Es gibt kein Kunstwerk, das jedem gefällt. Jeder hat einen anderen Geschmack. Was der eine wunderschön und ästhetisch ansprechend findet, ist für den anderen eine widerliche Beleidigung fürs Auge. Das gilt auch für religiöse Kunst, beispielsweise die Ikonenmalerei. Für die einen ist sie der Inbegriff der Schönheit, für andere entfaltet sie keinen besonderen Reiz.

Bestimmte religiöse Kunstwerke schön zu finden, ist für die Anhänger der jeweiligen Religion sicherlich einfacher. So sieht ein gläubiger Christ in einem Bildnis, das Jesus Christus darstellt, sicherlich mehr als bloß die aufgebrachte Farbe oder die dargestellten Formen. Die Darstellung des Gottessohnes ist für ihn schon ein Inbegriff der Schönheit. Das gilt für alle Religionen. Ich würde behaupten, dass religiöse Menschen eher dazu neigen, religiöse Kunst schön zu finden, da sie mit dieser starke Emotionen empfinden. Und ästhetisches Empfinden hat viel mit Emotionen zu tun.

Die Bewertung von Kunst

Doch wie sieht es aus, wenn man sich ein aus religiösen Motiven entstandenes Kunstwerk betrachtet, ohne dass man dieser Religion angehört? Ich finde, dass es sogar einfacher wird, ein solches Kunstwerk aus rein ästhetischen Gesichtspunkten zu betrachten. Man schaut sich wirklich nur das Kunstwerk an sich an, ohne die Symbolik des Bildes als Störfaktor zu haben. In dieser Hinsicht ist Unwissenheit sogar hilfreich, da man nicht durch die religiöse Brille auf diese Kunst schaut, sondern sie neutral bewerten kann.

Und ja, man kann religiöse Kunst rein ästhetisch würdigen. Man kann sie einfach nur schön finden, ohne die geringste Ahnung zu haben, was sie darstellt. Oder man kann sich mit den Motiven dieser Kunst beschäftigen und so einen ganz neuen Zugang zu einer Religion gewinnen. Und dann kann man die Kunst neu bewerten und die Ästhetik aus einem anderen Blickwinkel betrachten.

Ich kenne Menschen, die sich mit religiöser Kunst befassen, ohne dass sie selbst an diese Religion glauben. Sie beschäftigen sich auch mit der Religion an sich. Diese Menschen schätzen die Kunst dieser Religion von ihrem ästhetischen Wert und ihrer historischen Bedeutung her.

Doch wie kommt das? Kunst ist auf keinen Fall an sich an einen bestimmten Zweck gebunden. Es gibt kein Kunstwerk, das nicht einfach nur als Kunst gewürdigt werden kann. In jedem Kunstwerk steckt ein kreativer Prozess, ein schöpferischer Geist; und es ist diese Schöpferkraft, die die Menschen in ihren Bann zieht. Bei religiöser Kunst soll gerade diese Schöpferkraft die Menschen für den Glauben begeistern. Doch man kann die Kreativität auch würdigen, ohne ihren vom Künstler intendierten Zweck zu adaptieren. Man kann sich ein Bild betrachten und es einfach schön finden. Und erst auf dem zweiten Blick sieht man, dass es ein religiöses Motiv darstellt.

Die kritische Auseinandersetzung mit Kunst und die kritische Auseinandersetzung mit Weltanschauungen sind zwei verschiedene Dinge. Ein Kunstwerk kann eine religiöse Intention haben, doch es ist nach wie vor Kunst, die man auch aus rein ästhetischen Gesichtspunkten betrachten kann.

Der göttliche Ursprung der Ikonen

Bei der Ikonenmalerei indes wird dies von den orthodoxen Gläubigen anders gesehen. Denn diese sind der Ansicht, dass die Ikonen alle das Werk Gottes sind. Wenn sie von einem Künstler gemalt wurden, so wurde dessen Hand von Gott gelenkt. Und es gibt Ikonen, von denen gesagt wird, dass sie einfach aufgefunden worden seien, und dass sie direkt von Gott gemalt wurden. Hier findet also eine Entrückung der Ikonen vom Irdischen statt. Sie wurden nicht als Kunst im herkömmlichen Sinne wahrgenommen, sondern als etwas darüber erhabenes.

Ob Ikonen wirklich gottgeschaffen sind oder nicht, darüber kann man lange streiten. Es ist auf jeden Fall eine Sache des Glaubens. Doch das spielt hier keine Rolle, denn man kann Ikonen, ob himmlischen oder irdischen Ursprungs, einfach nur schön finden oder auch eben nicht. Man kann auch einfach nur die Ikone als Kunstwerk ästhetisch würdigen.

Kategorie: Examination Fellowships
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