Why does fiction so often involve imagining the future?

04.04.2015 cleaulem

krakau2033

Warum beinhaltet Fiktion so oft eine Vorstellung der Zukunft?

Eine Fiktion ist eine Welt, die man selbst erschafft. Man denkt sich selbst Geschichten aus mit Ereignissen, Personen und eventuell auch Orten, die nicht in der Realität existieren. Wenn man sich eine fiktive Geschichte ausdenkt, ist man allmächtig. Nichts existiert oder geschieht in einer Fiktion ohne dass ihr Erschaffer dies will. Die Welt gehorcht den eigenen Regeln.

Doch so einfach ist es dann doch nicht. Je nachdem, welche Ziele ein Verfasser verfolgt, kann er selbst gewissen Einschränkungen erlegen sein, die die Fiktion entscheidend mitbestimmen. Dies hängt vom Genre der Fiktion ab, vom Ort, von der Zeit, in der sich die Geschichte abspielt. All diese Faktoren schränken den Autor stets ein, zwingen ihn in gewisse Bahnen, denen er nicht ohne große Mühe entkommen kann.

Wenn man einen Roman schreibt, der im 19. Jahrhundert spielt, muss man viele Dinge beachten, wenn dieser Roman glaubwürdig sein soll. Wie waren die gesellschaftlichen Normen zu dieser Zeit und am jeweiligen Ort? Welche technischen Geräte und Gegenstände existierten zu diesem Zeitraum? Welche Kleidung trugen die Leute? Diese und andere Aspekte muss man beachten, wenn man eine fiktive Geschichte schreibt, die im 19. Jahrhundert spielt. Wenn man dies nicht tut, wird die Geschichte schnell unglaubwürdig und gleitet ins Lächerliche ab.

Natürlich gibt es auch Geschichten, die mit solchen Anachronismen spielen. Da gibt es solche, in denen es bereits im 19. Jahrhundert Automobile und elektrische Geräte gibt. Ein Beispiel für ein solches Genre ist der Steampunk, der gewissermaßen eine Art Science-Fiction aus der Sicht des 19. Jahrhunderts darstellt. Und genau hier kommen wir zum eigentlichen Thema dieses Textes: der Fiktion von der Zukunft. Denn diese Anachronismen sind im Prinzip nichts anderes als Science-Fiction aus Sicht der Vergangenheit.

Die Zukunft, das unbekannte Land

Wenn man eine Fiktion der Vergangenheit oder der Gegenwart erdenkt, ist man immer an feste Regeln gebunden, da die Fiktion sonst unglaubwürdig ist. Wenn man aber über die Zukunft schreibt, sieht dies anders aus. Natürlich kommt es darauf an, wie weit diese Zukunft entfernt ist. Aber im Prinzip kann man sagen, dass die Möglichkeiten, die sich einem ergeben, enorm sind. Man ist nur noch an die allgemeinen Naturgesetze gebunden, und oft noch nicht mal das. Denn natürlich könnte man in der Zukunft Möglichkeiten entdecken, diese Naturgesetze zu umgehen.

Man kann sich für die Zukunft jede erdenkliche Gesellschaftsform ausdenken. Ob eine Utopie oder eine Dystopie bleibt einem selbst überlassen. Die unbekannte Zukunft ist nicht nachprüfbar, niemand kann sagen, dass es so nie sein wird. Wenn man eine fiktive Geschichte in der Vergangenheit ansiedelt, kann man alles darin infrage stellen, da es eine Referenz gibt, an der man sie messen kann. Doch die Zukunft kennt niemand.

Natürlich ist die Zukunft irgendwann einmal die Gegenwart oder die Vergangenheit. Dann wird die Fiktion bestätigt oder, wie in den allermeisten Fällen, widerlegt. Natürlich kann man dies vermeiden, indem man die Fiktion in eine unbestimmte Zeit in der Zukunft verlegt, doch das ist auch nicht besonders wichtig.

Eine Geschichte in die Zukunft zu verlegen, ist für einen Autor immer sehr dankbar. Man genießt eine gewisse Narrenfreiheit, wenn man es mit der Fantasterei nicht übertreibt. In der nahen Zukunft sollte man nicht allzu unglaubwürdige Entwicklungen postulieren, das kann genauso nach hinten losgehen. Auch in der Fiktion der Zukunft muss man sich an Regeln halten, vor allem wenn die Zukunft recht nah ist, also innerhalb der kommenden fünfzig Jahre. Wenn man Jahrhunderte oder gar Jahrtausende in die Zukunft geht sieht das natürlich anders aus, da sind die Freiheiten größer.

Es gibt natürlich auch Fiktionen der Vergangenheit, die sich viele Freiheiten herausnimmt. Dazu gehört beispielsweise alternative Weltgeschichte. Man geht von anderen Entwicklungen aus als sie tatsächlich stattgefunden haben, so der alternative Ausgang eines bestimmten Krieges oder der frühe Tod eines wichtigen Herrschers, der in der Realität jahrzehntelang herrschte. Doch auch hier ist man doch relativ eingeschränkt. Man muss sich an die sonstigen historischen Fakten halten, alle möglichen Faktoren in die eigene Fiktion einbeziehen und daraus ein mögliches und auch wahrscheinliches Szenario erstellen. Viele solcher alternativer Historien scheitern schon an einfachsten Faktoren, die sie schnell unglaubwürdig werden lassen. Sie gehen von teils naiven Annahmen aus, die sich nicht mit der Realität decken, zu der sie doch eine Alternative bieten sollen. Sie können recht unterhaltsam sein, doch kranken sie zu sehr an ihrer Verbundenheit mit der realen Vergangenheit.

Insofern ist die Fiktion der Zukunft weniger eingeschränkt. Die Zukunft ist ein weißes Blatt, das erst noch beschrieben werden muss. Und man kann sich eine eigene Version der Zukunft ausdenken, ohne dass man mit absoluter Bestimmtheit ausschließen kann, dass es nicht doch tatsächlich so kommt. Das Blatt der Vergangenheit ist schon vollgeschrieben, und man braucht schon einen guten Radiergummi oder eine dichte Farbe, damit die Realität nicht doch durch die Fiktion durchschimmert und sie gewissermaßen verdirbt. Doch die Zukunft lässt einem viele Freiheiten, wie man dieses Blatt verziert.

Und das ist meiner Meinung nach der Grund, warum Fiktionen der Zukunft so populär sind.

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