Did people have human rights in the Paleolithic era?

18.04.2015 cleaulem

steinzeit

Hatten die Menschen im Paläolithikum Menschenrechte?

In der heutigen modernen Zeit halten wir es hier in Deutschland oder der westlichen Welt im Allgemeinen für selbstverständlich, dass für uns alle die Menschenrechte gelten. Doch selbst heute gibt es viele Menschen, denen diese grundlegenden Rechte verweigert werden, sei es durch andere Personen oder durch den Staat. Wenn Menschenrechtsverletzungen in die Medien kommen, ist oft von einem „Rückfall in die Steinzeit“ die Rede, als hätte es damals gar keine Menschenrechte gegeben. Doch gab es damals schon die Menschenrechte und galten sie für alle Menschen?

Die Menschenrechte nehmen für sich in Anspruch, für alle Menschen überall gültig zu sein. Dazu müssen sie aber auch allgemein anerkannt werden. Das ist tatsächlich nicht überall der Fall. In vielen Ländern werden die Menschenrechte missachtet oder gar geleugnet. Das kann beispielsweise durch Staatsreligionen geschehen, die gewisse Rechte als den religiösen Regeln widersprechend empfunden werden und so als unmoralisch betrachtet werden. So gelten für Frauen in Saudi-Arabien viele Einschränkungen und Verbote, die einer Gleichstellung der Geschlechter widersprechen. Man kann also sagen, dass die Menschenrechte nicht überall durchgesetzt werden.

Es wird viel darüber diskutiert, ob die Menschenrechte wirklich universal sind. Beispielsweise sind viele Muslime im vorderen Orient der Ansicht, die „Menschenrechte“ wären eine Erfindung der „christlichen“ westlichen Kultur und würde der von Gott gegebenen tatsächlichen menschlichen Natur widersprechen. Die Appelle des Westens an andere Länder, in denen nicht das Modell der westlichen Demokratie herrscht werden oft als Bevormundung abgetan und man betont die eigene Kultur, die nun einmal nicht mit dem westlichen Modell der Menschenrechte nicht übereinstimme, aber dennoch ein funktionierendes Modell menschlichen Zusammenlebens darstelle.

Vom Wesen her sind Menschenrechte universal, egalitär und unteilbar. Sie gelten also für alle Menschen überall in ihrer Gesamtheit. Die Frage ist hier, ob dies wirklich zutrifft oder ob sie nicht einfach nur eine kulturelle Konvention sind, die zwar subjektiv einer stringenten Vernunft folgt, tatsächlich aber lediglich das Produkt einer gesellschaftlichen Entwicklung des Westens darstellen.

Meine Antwort darauf ist, dass Menschenrechte tatsächlich einen Universalitätsanspruch wahrnehmen. Dazu sehen wir uns einmal die Definition von Menschenrechten in der Wikipedia an:

Als Menschenrechte werden subjektive Rechte bezeichnet, die jedem Menschen gleichermaßen zustehen. Das Konzept der Menschenrechte geht davon aus, dass alle Menschen allein aufgrund ihres Menschseins mit gleichen Rechten ausgestattet und dass diese egalitär begründeten Rechte universell, unveräußerlich und unteilbar sind.

Jeder Mensch gleicht grundsätzlich dem anderen. Wir haben alle im Grunde die selben Anlagen. Wir haben alle einen Verstand und Empfindungen. Wir fühlen uns alle durch Ungerechtigkeiten verletzt. Wir können alle nach Glück und Freude streben. Es ist so also nur logisch, dass alle Menschen auch grundsätzlich mit denselben Rechten ausgestattet ist.

Das Menschsein versetzt uns in die Lage, unsere Situation zu reflektieren. Wir können uns anderen Menschen überlegen fühlen, wenn wir Macht über sie haben. Wir können uns unterdrückt fühlen, wenn andere Macht über uns haben. In dieser Hinsicht gleichen sich alle Menschen. Es hängt dabei alleine vom Zufall und auch ein Stück weit von der eigenen Tüchtigkeit ab, auf welcher Seite man letztendlich steht. Der Zufall ist dabei die entscheidendere Komponente, da die Herkunft den Lebensweg eines Menschen sehr stark mitprägt. Wird ein Kind in eine mächtige Familie hineingeboren, wird es selbst einmal mit großer Wahrscheinlichkeit mächtig werden. Kommt ein Kind in einer armen Familie auf die Welt, wird es als Erwachsener höchstwahrscheinlich selbst in Armut leben. Natürlich kann man auch seine Macht verlieren oder auch zu Reichtum gelangen. Doch ist die Herkunft oft der Katalysator des eigenen Schicksals.

Würde man dabei ein Kind aus einer reichen Familie mit dem einer armen Familie tauschen, würde man dies wahrscheinlich niemals merken. Wir werden nackt geboren, und wir haben alle dieselben Anlagen. Als Existentialist würde ich persönlich sogar sagen, dass der Mensch sich erst einmal selbst definieren muss und sich selbst den Zweck seiner Existenz schaffen muss. Aber im Grunde sind wir alle gleich. Natürlich kann man als religiöser Mensch an eine göttliche Ordnung mit von Gott geschaffenen Unterschieden zwischen den Menschen glauben, doch spielt dies in dieser Diskussion keine Rolle, weil ich aus den oben genannten Gründen von der Gleichheit aller Menschen ausgehe.

Warum werden die Menschenrechte so oft missachtet? Es gibt Gesellschaften, in denen die Menschenrechte gar geleugnet werden oder hinter vermeintlich göttlichen Gesetzen gestellt werden. Ich bin der Meinung, dass solche Regelungen, die die Menschenrechte missachten, vor allem dem Machterhalt bestimmter Eliten und Gruppen bilden, die sich so die Meinungshoheit im menschlichen Zusammenleben sichern möchten und so ihre Macht in der Gesellschaft erhalten wollen. Dabei findet auch viel Bigotterie und Heuchelei statt, wenn man beispielsweise bestimmte Handlungen öffentlich anprangert, diese aber selbst im Geheimen praktiziert.

Die Egalität wird gerade von Gruppen bekämpft, die von der Ungleichheit in der Gesellschaft profitieren. Denn diese fürchten um ihre Privilegien. Heutzutage wie auch früher kann man beobachten, dass aber auch Menschen, denen grundlegende Rechte vorenthalten werden, sich für jenen Status Quo stark machen. Das liegt an einer gewissen Indoktrination, der Meinung, dass es einer „Ordnung“ entspreche, die unbedingt aufrecht erhalten werden müsse, da es den Menschen sonst „noch schlechter“ ginge. In der heutigen Zeit geht diese Tendenz sogar so weit, dass viele Arbeiter die Privilegien der finanziellen Oberschicht verteidigen in der Hoffnung, einmal selbst dieser Oberschicht angehören zu können.

Der Mensch in der Steinzeit

Halten wir fest, dass Menschenrechte tatsächlich universell sind. Doch gelten sie erst seit der Aufklärung, oder waren sie schon vorher Bestandteil des menschlichen Gerechtigkeitsempfindens? Die Antwort darauf hängt vor allem von zwei Faktoren ab: Erstens die Fähigkeit, seine Rechte in der Gemeinschaft zu begreifen und zweitens, diese Rechte letztendlich durchzusetzen.

Die Gesellschaftsstruktur im Paläolithikum war eine grundsätzlich andere als heutzutage. Die Menschen lebten nicht in großen Gemeinschaften und Städten mit Millionen anderen Menschen, sondern in untereinander nur lose verbundenen Familienverbänden mit vielleicht ein oder zwei Dutzend Menschen. Alle waren irgendwie miteinander verwandt, kannten sich untereinander und waren einander aufs intimste vertraut. Jeder hatte seinen festen Platz in der Gemeinschaft und Streitigkeiten wurden im Familienverband geregelt. Eine höhere Instanz, an die man sich wenden konnte, gab es nicht.

Nun wusste jeder Mensch, welchen Status er innerhalb seiner Gemeinschaft innehatte. Jeder war sich also seiner Rechte bewusst. Auch konnte man recht einfach durch Tüchtigkeit in der Hierarchie aufsteigen. Wenn sich ein Junge als tüchtiger Jäger erwies, erhielt er dadurch einen deutlich höheren Status als ein anderer Junge, der nicht ein so großes Talent bei der Jagd hatte. Vielleicht hatte jener Junge aber dafür ein besonderes Geschick darin, Steinwerkzeuge herzustellen, so dass er so einen festen Platz in der Gemeinschaft erhalten konnte.

Das wichtige daran ist, dass dabei niemand grundsätzlich bevorteilt wurde. Das konnte man sich in einer solchen kleinen Gruppe unter den Bedingungen nicht leisten. Das Leben war hart, man lebte vom Jagen und Sammeln. Jeder musste zum Überleben der ganzen Gruppe beitragen, sonst waren alle gefährdet. Man konnte sich nicht den Luxus leisten, irgendjemanden in der Gruppe zu bevorzugen. Erst später mit der Landwirtschaft und der dadurch möglichen Arbeitsteilung konnte man es sich leisten, bestimmte Gruppen bevorzugt zu behandeln, die dann als Führer der Gemeinschaft auftreten konnten.

Es galt also das sogenannte „Naturrecht“. Jeder Mensch war von Geburt an gleich, niemand war grundsätzlich bevorzugt. Natürlich konnte der tüchtige Jäger eher Kinder zeugen und jene wurden eventuell wohlwollender betrachtet. Aber man musste sich auch um die anderen Kinder ordentlich kümmern, um das Überleben der Gruppe zu sichern.

Auch damals konnte sich jemand ungerecht behandelt und hintergangen fühlen. Damals konnte man es bereits als ungerecht empfinden, wenn man beim Verteilen der Essensrationen übervorteilt wurde. Aber man konnte seine Rechte auch einfach in der Familiengemeinschaft durchsetzen. Die Regeln waren einfacher, oft hat das Familienoberhaupt ein Urteil gesprochen. Aber damals wie heute waren die Menschen bereits in der Lage, ihre Situation zu reflektieren und sich für ihre Rechte einzusetzen, mit denen sie geboren wurden.

Man kann also behaupten, dass bereits im Paläolithikum die Menschenrechte Gültigkeit besaßen.

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