Welche Diät ist die ausgefallenste?

15.05.2015 cleaulem

kuchen

Die Frage nach der richtigen Ernährung, der perfekten Diät, ist gerade in der heutigen Zeit nicht zu unterschätzen. Es gibt immer mehr Menschen in Deutschland, die an Übergewicht leiden. Und es scheint, dass mit der Anzahl der Übergewichtigen auch die Anzahl derer steigt, die sich einer gewissen Diät bzw. einem gewissen Ernährungstrend zuwenden.

Was solche Ernährungstrends angeht, war ich schon immer irgendwie skeptisch. Es gibt solche Konzepte wie Sand am Meer. Und jedes sagt etwas vollkommen anderes. Das eine Konzept sagt, man soll möglichst wenig Fleisch essen, dafür viel Getreide. Ein anderes sagt, Getreide sei das reinste Gift, aber man kann viel Fett essen. Ja was stimmt denn nun?

Bei FAZ.net gibt es einen ganz interessanten Artikel zu solchen Ernährungstrends, den ich mir mal ein wenig näher anschauen möchte. Da wird über einige Ernährungstrends geschrieben, zu denen ich hier nun etwas schreiben möchte.

Da gibt es zum einen den Trend des „Clean Eatings“. Dazu schreibt der Artikel:

„Overnight Oats“ gehören zum neuen Ernährungstrend „Clean Eating“. Ziel dabei ist es, möglichst frische und unverarbeitete Lebensmittel zu essen und auf Zusatzstoffe zu verzichten.

[…]

„Clean Eating“ – was neu daherkommt, ist nichts anderes als moderne Vollwert-Ernährung.

Vollwertkost klingt auf jeden Fall nicht schlecht. So etwas wie „Overnight Oats“ (über Nacht eingeweichte Haferflocken), die momentan der neueste Schrei aus den USA sind, ist für mich aber doch ein wenig übertrieben.

Viel Gemüse ist sowieso eine sehr gesunde Angelegenheit. Vor allem die Ballaststoffe sind für eine gesunde Verdauung sehr wichtig. Was auch der Vorteil einer solchen Ernährung ist: Man beschäftigt sich intensiver mit seiner Ernährung. Man isst bewusster, schaufelt nicht einfach so alles mögliche essbare in sich hinein, sondern macht sich über das, was man isst, Gedanken. Ich denke dass dies einer der wesentlichen Merkmale einer gesunden Ernährung ist. So vermeidet man schon die schlimmsten Esssünden: die überflüssigen Kalorien, die man ohne es zu bemerken zu sich nimmt.

Essen wie die Steinzeitmenschen

Ein Trend, der auf den ersten Blick sehr plausibel erscheint, ist das sogenannte Paleo:

Während es „Clean Eating“ in allen Variationen gibt – mit (magerem) Fleisch und Fisch, vegetarisch oder vegan -, spricht Paleo in erster Linie überzeugte Fleischesser an, nach dem Motto: Fleisch ist gut, Getreide macht krank. Auch Milchprodukte, Hülsenfrüchte, Zucker und Lebensmittel mit Zusatzstoffen sind bei Paleo verboten. Was bleibt, sind Fleisch und Fisch von Weide- oder wild lebenden Tieren, Eier, Obst, Gemüse, Nüsse und Samen. Ein typischer Paleo-Tag sieht dann so aus: Morgens Rührei, mittags Pute und Abends Lachs – jeweils mit Gemüse.

Oje, da bin ich der Meinung, dass die Anhänger dieses Trends einem ziemlichen Irrtum aufsitzen. Denn ich denke nicht, dass Getreide an sich krank macht. Zunächst einmal wird Getreide (also Samen von Gräsern) auch zum Speiseplan der Steinzeitmenschen gehört haben. Außerdem ist der Mensch seit mehreren Jahrtausenden an eine Ernährung mit Getreide angepasst. Wäre Getreide für uns ungesund, dann wären die ersten Bauern vor 6.000 Jahren schnell wieder ausgestorben. Doch auf dem Getreide bauten sogar die ersten Hochkulturen auf.

Ungesund ist auf jeden Fall reines weißes Getreide, aus dem sämtliche Fasern und andere Inhaltsstoffe rausgefiltert wurden. Frisch gemahlenes und ungereinigtes Mehl ist dagegen sehr gesund, denn es enthält außer der Stärke viele Vitamine und wertvolle Ballaststoffe. Getreide an sich ist nicht das Problem.

Michprodukte sind auch so eine Sache. Ich habe darüber auch schon einmal einen Artikel geschrieben. Es ist diese Irrlehre, dass der Verzehr von Milch widernatürlich sei. Beim Zucker sieht es schon ganz anders aus. Denn Lebensmittel mit Kristallzucker sind tatsächlich ungesund und sollten bei einer gesunden Ernährung gemieden werden. Die Erklärung dafür ist einfach: Wir sind erst seit knapp 200 Jahren in der Lage, Kristallzucker herzustellen. Der menschliche Organismus hatte nicht die Zeit, sich auf diesen Nährstoff einzustellen. So kommt es zu Diabetes und Übergewicht, weil viele Menschen zu viel Zucker zu sich nehmen.

Zu viel Eiweiß? Ein Problem, das Veganer nicht kennen, verzichten sie doch aus Überzeugung auf alle tierischen Produkte, darunter auch auf besonders eiweißreiche Lebensmittel wie Fleisch, Fisch, Eier und Milchprodukte. Sie kennen eher das gegenteilige Problem und müssen darauf achten, genügend Eiweiß zu sich zu nehmen, zum Beispiel aus Tofu oder anderen Hülsenfrüchten oder aus Vollkornprodukten.

Ich halte von veganer Ernährung nicht viel. Ich denke, dass da viel Augenwischerei betrieben wird und sich viele Veganer mit dem Argument, dies sei die natürlichste Ernährung, selbst belügen. Warum müssen Veganer denn Nahrungsergänzungsmittel nehmen, um Mangelerscheinungen vorzubeugen?

Klar ist auch: „Bei einer Ernährungsform, die viele Lebensmittel verbietet und damit die Auswahl einschränkt, isst man automatisch weniger“, so Schütz. Das ist bei „Paleo“ und beim veganen Essen der Fall. Bei vielen funktioniert das Abnehmen damit auch. Zumindest anfangs.

Wie ich bereits schrieb, ist meiner Meinung das der wesentliche Punkt all dieser Ernährungsformen, dass man sich bewusst mit seinem Essen auseinandersetzt, dass man bewusst isst und so vermeidet, zu viel zu essen, ohne es zu merken. Das ist meiner Meinung nach das Erfolgsgeheimnis all dieser Methoden.

Wenn man sich gesund ernähren will, muss man lernen, auf seinen Körper zu hören. Denn der weiß am besten, was er wirklich braucht. Doch die Fähigkeit, dies wahrzunehmen, ist vielen Menschen abhanden gekommen. Die beste Ernährungsform ist, zu essen, worauf man Lust hat. Man sollte essen, was einem gut bekommt, was einem gut schmeckt und was einen glücklich macht. Doch man sollte bewusst essen. Jeden Bissen häufig kauen und mit der Mahlzeit aufhören, sobald man satt ist.

Und wenn einen drei fette Pizzen glücklich machen? Das will ich bezweifeln. Wenn man ein Fertiggericht isst, macht das einen glücklich? Wenn man es nicht in sich hineinschlingt, sondern jeden Bissen viel kaut und langsam isst, merkt man schnell, dass so ein Fertiggericht eine Mogelpackung ist. Es schmeckt einem dann nicht mehr. Auch die fette Fertigpizza ist dann kein Genuss mehr. Man fängt automatisch an, gesünder zu essen, weil dies einem besser schmeckt, und weil dies einen wirklich glücklich macht. Denn eine fette Pizza liegt einem einfach nur schwer im Magen, satt macht es nicht wirklich. Und richtiger Genuss sieht anders aus.

Ich habe selbst meine Ernährung dementsprechend umgestellt. Ich esse jede Mahlzeit bewusst, ich zelebriere sie regelrecht. Und ich esse dadurch automatisch gesünder. Ich esse auch insgesamt weniger als früher und habe so in den letzten zwei Monaten sieben Kilo abgenommen. Ich zähle keine Kalorien, sondern esse, worauf ich Appetit, und vor allem Hunger habe. Ich versuche, auf meinen Körper zu hören, und es hilft tatsächlich.

Die Bloggerin erzählmirnix hat übrigens kürzlich das Buch „Fettlogik überwinden“ herausgegeben, in dem sie über Ernährungsmythen schreibt. Mich haben ihre Ausführungen auch so ziemlich die Augen geöffnet, auch was meine eigene Situation angeht. Sollte man sich mal anschauen!

Kategorie: Ernährung
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