Der fliegende Porsche ;-D

16.05.2015 cleaulem

pferd

Gestern Abend bot sich mir ein Schauspiel, das wahrhaft epische Ausmaße angenommen hat. Ich habe es bitter bereut, nicht meinen Camcorder in der Nähe zu haben, um das auf Video zu bannen. Doch ich will es einfach mal erzählen, die Geschichte ist schon so sehr lustig. 😀

Zugetragen hat sich das Schauspiel gestern Abend in der Wohnanlage, in der meine Freundin wohnt. Es ist eine Wohnanlage mit sieben Wohnhäusern mit jeweils rund 20 Parteien, also schon eine recht große Anlage. In dieser Anlage gibt es einen Wendehammer, in dem absolutes Parkverbot herrscht. Man darf sein Auto nur mal kurz abstellen, um schwere Sachen auszuladen. Der Hausmeister achtet da auch relativ streng drauf, dass niemand zu lange dort steht.

Nun gab es in dieser Wohnanlage irgendeinen Kerl, der seinen weißen Porsche Panamera regelmäßig zwischen 21 Uhr und Mitternacht in eben diesem Wendehammer abgestellt hatte. Meine Freundin und ich fanden dies schon seit langem ziemlich suspekt. Vor allem, weil dieser Kerl meinte, er könne das Auto einfach so abstellen und den Wendehammer als Parkplatz missbrauchen.

Vielleicht ist es ja auch Neid, der da mitspielt. Ich müsste lügen, wenn nicht. Aber dass solche Assis sich solche Autos kaufen können und sich dann noch wie die letzten Arschlöcher aufführen können, kann ich nicht wirklich gut finden. Ich finde solche Leute einfach nur schäbig. Aber weiter mit der Story.

Gestern Abend stand also wieder der Panamera da und der Besitzer war in einem der Häuser verschwunden. Es war an jenem Abend allgemein ziemlich unruhig, was meine Schwiegermutter, die in der selben Wohnanlage (aber in einem anderen Haus) wohnt, dazu veranlasste, sich die gesamte Situation mal genauer anzuschauen. Dabei machte sie auch einen kurzen Abstecher zum Hausmeister, um ihm zu erzählen, was im Wendehammer so los ist.

Und was macht der Hausmeister? Richtig!!! Er bestellt den Abschlepper. Keine halbe Stunde später kommt auch schon ein großer Abschleppwagen die Auffahrt zum Wendehammer hoch, um sich des blütenweißen Porsches anzunehmen.

Es war ein richtiges Volksfest. Der Abschleppwagen in Festbeleuchtung, der Fahrer vom Abschlepper, der den Porsche an den Kran spannt, der Hausmeister, der das ganze mit Genugtuung beobachtet. Und das Beste: Es kam noch ein Rumäne dazu, der in der Wohnanlage wohnt. Er scheint den Abschlepperfahrer zu kennen und hilft ihm sogar noch beim Rangieren auf dem Wendehammer. Nur einer hat leider gefehlt: Der Besitzer vom Porsche. Der musste also im Haus sein, wo auch meine Freundin wohnt. Dort gibt es nämlich sehr viele Wohnungen, die keine Fenster auf den Wendehammer raus haben. Also hat der Porschedepp nichts von der ganzen kräftig illuminierten Aktion mitbekommen.

Als die Vertäuung endlich an die Reifen des Porsches angebracht waren, ging es daran, das Monster zu heben. Ein Porsche Panamera ist ein ziemliches Riesengefährt, und umso epischer war es anzusehen, wie sich der weiße Koloss in die Lüfte erhob. Es war einfach nur wunderschön. 🙂 Es war ein richtiges Ballett, wie der Kran das Auto auf die Ladefläche des Abschleppers hob. Dann bekam der Hausmeister die Rechnung ausgestellt und der Abschlepper zog mit seiner weißen Beute von dannen.

Doch wie zum Abschied geschah es, dass der Abschlepper an der Ausfahrt über eine Schwelle fuhr, so dass die Alarmanlage des Porsches losging. Und für knapp dreißig Sekunden skandierte das Luxusauto eine Abschiedsarie. 😀

Doch war damit die Geschichte noch nicht zu ende. Denn ungefähr eine Stunde nach dem Abschleppen kam der Besitzer des Porsches tatsächlich aus dem Haus, in dem meine Freundin wohnt, und sieht, dass seine Kutsche nicht mehr da war. Der Ärger war groß, denn er war in Begleitung einer jungen Dame. Er selbst war auch nicht älter als 25.

Da haben wir es doch: junges Bübchen, der von Papi eine Protzkarre geschenkt bekommt und damit angibt. Das sind so Typen, die in ihrem Leben nie etwas vor die Füße bringen und sich trotzdem alles erlauben können. Ich habe es ihm wirklich gegönnt, dass sie ihm die Karre abgeschleppt haben. Ich habe es richtig gefeiert.

Nun ergab sich für meine Freundin und mich auch ein klares Bild: In letzter Zeit hatten sich öfters junge Leute nachts auf dem Wendehammer herumgetrieben, die dort Lärm gemacht haben. Sie haben laut gelacht, gequatscht und sich dort abgeknutscht. Auch hatten wir mal beobachtet, wie auf dem Wendehammer ein komischer Typ aus einem großen schwarzen BMW stieg und in unser Haus gegangen ist, ohne im Treppenhaus Licht zu machen. Diese seltsamen Gestalten und der Porschetyp gehörten also wohl zusammen.

Das schöne war auch die Reaktion des Porschetypen: Er war stinkesauer. Man hat ihn noch eine Weile auf dem Wendehammer beobachten können, wie er schimpfte und fluchte. Was man daraus schließen konnte: Er wollte mit seiner Clique ins Europalace fahren, einer Disco, die hier in der Gegend als Treffpunkt für die übelsten Assis bekannt ist. Und jetzt wussten die Herrschaften nicht, wie sie dorthin kommen sollte. Und vor ihren Kumpels kommt es bestimmt auch supertoll an, wenn sie nicht kommen können, weil ihnen die Karre abgeschleppt wurde. 😀 So war also schon Freitagabend das Partywochenende ruiniert.

Zu schade, dass ich kein Popcorn im Haus hatte. Denn das war Pocornkino vom feinsten.

Kategorie: Alltag, Dummheit
Stichwörter: , ,

« - »

Keine Kommentare»»

Es gibt noch keine Kommentare zu diesem Artikel.

RSS-Feed für Kommentare zu diesem Beitrag- Trackback

Schreibe einen Kommentar!

Folgende HTML-Tags sind erlaubt: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong> .

%d Bloggern gefällt das: