Wie ich mal Stress mit einem eBay-Verkäufer hatte

20.05.2015 cleaulem

vororte

Da war ich mal wieder auf eBay unterwegs und habe ein wenig in den mannigfaltigen Angeboten gestöbert. Und da habe ich es gefunden: Ein Buch über Wiesbadens Vororte in alten Postkarten. Als in dieser Gegend beheimatet ist dies natürlich ein ganz besonderer Leckerbissen für mich. Als ich das Buch für einen sehr günstigen Preis ersteigerte, ahnte ich noch nicht, dass es über einen Monat dauern würde, bis ich es in Händen würde halten dürfen.

Zunächst einmal begann es damit, dass ich, nachdem ich das Buch ersteigert hatte, recht viel um die Ohren hatte. Ich vergaß schlicht und einfach, das Buch zu bezahlen. Okay, kann ja mal passieren. Nach zwei Wochen fiel mir brühheiß ein, dass ich das Buch ja noch bezahlen muss. Nun hatte der Verkäufer aber auch nichts von sich hören lassen, so dass ich ihm einfach folgende Nachricht schickte und dachte, die Geschichte sei bald erledigt:

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Als mir das Malheur eingefallen war, hatte ich das Geld natürlich prompt überwiesen. Doch kam bald darauf folgende Antwort vom Verkäufer:

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Was zur Hölle? Es waren schon einige Tage vergangen, seitdem ich das Geld überwiesen hatte. Aber es hätte ja sein können, dass seine Bank (die Sparkasse) den Vorgang seinem Konto noch nicht gutgeschrieben hatte. Ich fand den Ton der Nachricht aber schon ziemlich grob, nicht direkt unhöflich, aber schon am Rande von. Also wartete ich noch ein bisschen ab und schickte ihm folgende Antwort:

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Ich dachte, die Sache sei damit geklärt. Doch ich hatte mich getäuscht. Denn einige Zeit später flatterte folgende Nachricht in mein Postfach:

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Das schlug dem Fass endgültig den Boden aus. Ich war jetzt richtig sauer. Der Kerl hat sich nicht richtig bei mir gemeldet, mich mit schlurfigen Mails abgespeist und jetzt ohne jede weiter Nachricht und ohne jeden weiteren Kommentar einen Fall eröffnet. Wäre er damit durchgekommen, hätte das bedeutet, dass er den Kauf hätte abbrechen können und ich einen Vermerk in meinen Account bekommen hätte, dass ich ein unzuverlässiger Zahler bin. Ich hatte das Geld aber definitiv überwiesen. Also war der Kerl entweder total unfähig, seine Kontoauszüge zu lesen oder er wollte mich verarschen.

Das mit dem Verarschen wäre sogar plausibel gewesen. Denn ich hatte das Buch zu einem weitaus niedrigeren Preis ersteigert, als es eigentlich wert ist. Vielleicht hat er das gesehen und wollte den Kauf irgendwie rückgängig machen, damit er es teurer weiterverkaufen kann.

Ich habe ihm sofort folgende Nachricht geschrieben (Ja, man kann sehen, dass ich sauer bin. Jetzt war definitiv Schluss mit den Nettigkeiten):

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Und ich habe direkt bei eBay Widerspruch gegen den Fall bei eBay eingelegt. Ich habe denen sogar einen Beleg der Überweisung mitgeschickt mit dem ich einwandfrei nachweisen konnte, dass der Verkäufer das Geld erhalten haben muss.

Das Tolle: Ich bekam sehr schnell eine Antwort von eBay. Es war sogar eine persönliche Antwort, die mir von einer sehr netten Dame geschrieben wurde. 🙂 Und da stand folgendes drin:

Ich habe mir Ihren Fall angesehen und festgestellt, dass er noch geöffnet ist. Ich bitte Sie um Ihr Verständnis, dass wir in geöffnete Fälle nicht eingreifen können. 

[…]

Falls Sie trotz Kontaktaufnahme mit Ihrem Verkäufer unberechtigt einen Vermerk wegen eines nicht bezahlten Artikels erhalten sollten, helfen wir Ihnen gern weiter.

Da Sie uns bereits einen Zahlungsnachweis gesendet haben, können Sie sich dann einfach in einer direkten Antwort auf die E-Mail an uns wenden. Wir entfernen den Vermerk dann umgehend.

Ich wünsche Ihnen eine rasche Klärung mit Ihrem Verkäufer und einen angenehmen Sonntag.

Das war wirklich eine schöne Antwort, die mich auch sehr beruhigt hat. Und der eBay-Kundenservice arbeitet auch sonntags. 🙂

Aber das war noch nicht alles. Denn ich bekam auch eine Antwort vom Verkäufer:

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Na super, das ist ja mal das Mindeste. An diesem Montag lief nämlich die Zahlungsfrist aus, die mir durch den Fall gesetzt wurde. Also sollte er auf jeden Fall wissen, ob er das Geld da schon hat. Hätte er sonst nichts gemacht oder was? *kopfschüttel*

Aber ich hatte den Kerl geknackt. Ich habe ihm wohl ein wenig Feuer unter dem Hintern gemacht. Die Antwort hatte sogar eine Grußformel (mfg). Man muss nur wissen, wie man mit den Leuten zu reden hat. *g*

Wie endete die Sache schließlich? Der Verkäufer hat nochmal auf seine Auszüge geguckt, war nur angeblich kein Geld bei ihm angekommen. Aber ich hatte ja einen Beweis und wusste auch eBay auf meiner Seite. Es kam also folgende finale Antwort des Verkäufers:

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Hm, sehr seltsam, ich hatte ihm das Geld überwiesen. Und zwar auf sein bei eBay hinterlegtes Konto. Vertippt habe ich mich definitiv nicht, denn ich habe die Kontodaten per Copy & Paste in mein Online-Banking Formular übertragen. Tippfehler ausgeschlossen.

Was soll ich sagen? Der Versand war wirklich fix. Und als Zeichen meines guten Willens habe ich dem Verkäufer sogar eine gute Bewertung gegeben. Ich bin ja kein Unmensch. *g*

Kategorie: Alltag
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