Do it yourself

09.06.2015 cleaulem

retinette

Fast jeder Mensch hat ein Hobby, also eine Beschäftigung, der er ohne jedes Gewinnstreben ausübt. Natürlich machen manche Menschen ihr Hobby zum Beruf und verdienen damit gutes Geld, aber Hand aufs Herz: Das ist die große Ausnahme. Doch das macht nichts, denn normalerweise übt man sein Hobby nicht aus monetären Gründen aus. Im Gegenteil, viele Menschen stecken sogar sehr viel Geld in ihr Hobby. Doch darum soll es hier nicht gehen.

Bei bestimmten Hobbys, vor allem solche, die mit Technik (und auch mit Kreativität) zu tun haben, ist es die Beschäftigung mit der Materie an sich, die einem Befriedigung verschafft. Und dabei erwirbt man zwangsläufig ein gewisses Expertenwissen in dem Thema, mit dem man sich so gerne beschäftigt. Ich möchte hier zeigen, dass es gerade dieses Expertenwissen ist, das den besonderen Reiz dieses Hobbys ausmacht.

Ich habe selbst mehrerer solcher Hobbys, in denen ich mir im Zuge meiner Beschäftigung mit der Materie eine gewisse Kompetenz angeeignet habe. Eines meiner liebsten Hobbys ist dabei das Erfinden von Kunstsprachen. Um mir Inspiration für meine Projekte zu suchen, habe ich alles über Sprachen und Sprachstrukturen gelesen, was ich auftreiben konnte. So habe ich mir ein recht breites Wissen über alle möglichen sprachlichen Strukturen angeeignet. Dies hilft mir auch im Alltag, fremde Sprachen besser zu erfassen und zu entziffern. Es ist auch eine große Hilfe beim Sprachenlernen, da ich die meiner Muttersprache fremden Strukturen schneller erfassen und verstehen kann.

Ein weiteres Hobby, dem ich mit großer Leidenschaft nachgehe, ist das Sammeln alter Fotoapparate. Im Gegensatz zu heutigen Kameras haben sie keine automatischen Einstellungen, sondern man muss alle Parameter selbst einstellen. So muss man den richtigen Fokus und ideale die Belichtungszeit und Größe der Blendenöffnung selbst einschätzen. Das ist natürlich weniger bequem als mit modernen Apparaten Bilder zu machen, doch ist das gerade der Reiz für mich. So musste ich mich mit eben diesen Dingen auseinandersetzen, um mit meinen alten Kameras Bilder machen zu können. Und so habe ich gelernt, sehr viel bewusster zu fotografieren, da ich mir bei jedem Motiv über alle Parameter Gedanken machen muss. Gerade dies macht mir unheimlich viel Spaß und es hat auch einen weiteren praktischen Nutzen: Wenn ich mit meinen modernen Kameras Bilder mache, kann ich sehr viel besser die Einstellungen der Automatik nachvollziehen.

Gerade das ist doch eines der Dinge, die ein Hobby so interessant machen: zu ergründen, wie etwas funktioniert. Man kann sich ein Gerät kaufen (z.B. einen Fotoapparat) und damit ganz tolle Dinge machen. Doch irgendwann ist das einfache Benutzen nicht mehr befriedigend. Man will mehr als das. Man will verstehen, wie das Gerät arbeitet, wie es funktioniert. So beschäftigt man sich intensiver mit der Thematik, liest alles, was man dazu finden kann und wird so im Laufe der Zeit zu einem Experten zu dem Thema, das einem so viel Spaß macht. Eben weil es einem so viel Spaß macht.

Am besten kann man das bei meinem dritten großen Hobby sehen: dem Webdesign. Angefangen hat damit, dass ich mir über diverse Onlinekurse selbst HTML und CSS beigebracht habe. So bastelte ich meine erste Website, die ich auch bald ins Netz stellte. Doch irgendwann reichte mir das nicht mehr. So fing ich an, mich mit anderen Webtechnologien wie Javascript, PHP und MySQL auseinanderzusetzen. Nun bin ich kein sehr talentierter Programmierer, so dass ich nun keine eigenen Webapplikationen mit PHP entwickeln kann. Doch das Prinzip habe ich wohl verstanden.

Schließlich bin ich über PHP zu den Content-Management-Systemen (CMS) gekommen. Diese bieten sehr viele Möglichkeiten, die Inhalte seiner Website bequem zu organisieren. So habe ich meine Website schließlich auf das CMS Contao umgestellt, weil es vom Bedienkonzept und den Möglichkeiten her am ehesten meinen Vorstellungen entgegenkommt. So war es mir wichtig, das Design meiner Website selbst festzulegen. Ich will nicht auf vorgefertigte Themes zurückgreifen, sondern das Aussehen meiner Website selbst bestimmen.

Dies gehört zu meinem Anspruch, den ich an mir selbst stelle. Ich will so viel wie möglich selbst machen. So habe ich das Theme für dieses Blog vollkommen alleine gestaltet. Dafür habe ich mich mit dem Theme-Konzept von WordPress, auf dem dieses Blog läuft, auseinandergesetzt. Ich bin also hinter die Kulissen gestiegen, um in der Gestaltung meiner Websites möglichst frei zu sein. Ich will alles kontrollieren können und mir nichts vorschreiben lassen.

Statt auf meinem angemieteten Webspace die CMS selbst zu installieren und zu konfigurieren könnte ich auch einfach einen Blog auf irgendeiner kostenlosen Blogplattform betreiben und meine Website einfach bei einem kostenlosen Hostanbieter betreiben. Mein Webhoster bietet sogar solche fertig konfigurierten Webbaukästen an, bei denen man keine technischen Kenntnisse mitbringen muss. Doch es geht mir doch gerade um das Technische, um die Beschäftigung mit dem Thema. Ich will so viel darüber wissen wie möglich, weil es mir einfach Spaß macht. Und so erlange ich wertvolle Kenntnisse.

Ich will das ganze richtig betreiben. Es ist wie beim Malen. Manche malen nach Zahlen, doch anderen reicht das nicht. Sie wollen selbst etwas zustande bringen, ein eigenes Werk erschaffen und mit Stolz sagen können, dass sie dies selbst gemacht haben. So geht es mir auch bei meinen Hobbys. Und so geht es auch vielen anderen mit ihrem Hobby. Denn es macht einfach viel mehr Spaß, etwas selbst zu machen und auch zu verstehen, was man da macht, als wenn man einfach nur alles fertig kauft und es ohne viel Aufwand bekommt.

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