Zuviel Alltag

11.07.2015 cleaulem

reifen

Oft wird ja gesagt, Studenten hätten es ja ach so einfach. Sie würden bis mittags schlafen, gehen vielleicht mal nachmittags in eine Vorlesung, wenn sie denn überhaupt Bock darauf haben und abends gehen sie feiern. Sie leben auf Kosten ihrer Eltern ein süßes Lotterleben. So lauten die üblichen Klischees über das Studentenleben. Doch die Realität sieht anders aus.

Spätestens seit der Bologna-Reform ist der Stundenplan des normalen Studenten sehr straff organisiert. Da hat man Tage, an denen man wirklich den ganzen Tag in der Uni ist. Und wenn man an einem anderen Tag mal gerade keine Lehrveranstaltung hat, muss man entweder ein Referat vorbereiten oder einen Text schreiben. Hinzu kommt noch oft genug die Arbeit, denn tatsächlich können nicht alle Studenten das süße Leben einfach genießen, sondern viele müssen einem Nebenjob nachgehen, um überhaupt über die Runden zu kommen. Selbstverständlich gibt es jene, die es nicht nötig haben zu arbeiten, doch sind die nicht die absolute Regel.

Im laufenden Semester gibt es also viel zu tun. Da bleibt oft nicht viel Raum für andere Aktivitäten. Man ist die ganze Zeit mit dem Studium und der Arbeit beschäftigt und benötigt die geringe Freizeit, um sich für die anstehenden Aufgaben weitgehend zu regenerieren. Oft geht man einem geliebten Hobby nach, das in einer solchen Phase dann zurückstehen muss. Genau so geht es mir momentan. Das Semester geht in die finale Phase. Ich musste diverse Referate vorbereiten und halten, Hausaufgaben machen und für wichtige Klausuren lernen. Und noch immer stehe ich unter Strom.

Auch nach der Vorlesungszeit wird es nicht enden. Ich werde noch Hausarbeiten schreiben müssen, so dass ich mich häufig in der Unibibliothek aufhalten werde. Und dabei werde ich auch noch Arbeiten gehen, denn mein Geld will ja auch verdient sein. Und so habe ich nicht allzuviel Zeit, um mich mit angenehmeren Dingen zu befassen.

Dazu zähle ich auch diesen Blog, für den ich gerne mehr Artikel verfassen würde. Die Ideen sind da, das ist nicht das Problem. Doch ich will auch ordentliche Artikel schreiben, die sich einigermaßen vernünftig lesen. So brauche ich Zeit und Muße, um mich auch das Schreiben eines Artikels wirklich einlassen zu können. Und das kann ich momentan einfach nicht. Deshalb habe ich auch seit fast zwei Wochen keinen Artikel mehr verfasst, ich bin einfach zu sehr vom Studium eingespannt.

Es ist aber nicht nur so, dass man von diversen Pflichten dermaßen eingespannt ist, dass man gar nicht zu etwas anderem kommt. Wenn man dann wieder die Zeit hat, sich mit dem geliebten Hobby zu befassen, merkt man, dass man dann auf einmal gar keine Lust darauf hat. Man muss sich erst wieder darauf einlassen können. Wenn ich dann mal einen Tag zwischendurch frei habe, ist es dann eine andere Sache, tatsächlich die Motivation aufzubringen, mich mit meinen Interessen zu befassen. So habe ich dann beispielsweise ganz viele Ideen für mein Blog, aber nicht die Motivation, eine dieser Ideen tatsächlich aufzuschreiben.

Das ist nun einmal das Problem am Studentenleben. Man hat so gesehen keinen kontinuierlichen, geregelten Alltag. Man hat Phasen, wo man überhaupt keine Verpflichtungen hat, und dann hat man Phasen, wo man vor lauter Arbeit kaum zum Atmen kommt. Wenn man einen festen Beruf mit geregelten Arbeitszeiten hat, sieht das ganz anders aus.

In nächster Zeit werde ich wohl nicht so aktiv bei der Pflege meines Blogs sein können, wie ich es gerne wäre. Aber ich bin mir sicher, dass bessere Zeiten kommen werden.

Kategorie: Alltag, In eigener Sache
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