Was ist wirklicher Tierschutz?

26.09.2015 cleaulem

hund

Ich bin ein ausgesprochener Tierfreund. Das kann man unter anderem daran sehen, dass ich in der Seitenleiste dieses Blogs ein Banner des Projektes „Pro Tierschutz“ platziert habe. Doch muss ich hier ein Paar Worte zum „Tierschutz“ loswerden, wie ihn einige andere Individuen betreiben und der in eine Richtung geht, die ich nicht gutheißen kann.

Heute habe ich im Netz diesen Artikel gefunden über einen Obdachlosen in Paris, dem Tierrechtsaktivisten der Gruppe „Cause Animale Nord“ seinen Hund weggenommen haben. Im Artikel ist auch ein Video von diesem Vorfall zu sehen. Der Macher dieses Videos erklärt dabei, dass sie dem Mann den Hund „gewaltsam“ und „erbarmungslos“ entrissen. Und dies kann man auch im Video sehen. Ich finde es regelrecht herzzerreißend, wie die Aktivisten diesem armen Mann den Hund mit Gewalt wegnehmen und wie er noch verzweifelt versucht, ihn zurückzuholen.

Und was machen diese Aktivisten jetzt mit diesem Hund? Sie haben ihm erst einmal einen neuen Namen gegeben und ihn zur Vermittlung freigegeben. „Vegan“ heißt der Hund jetzt. Was für ein entlarvender Name. Das soll wohl ein Statement für Tierrechte sein, weil es in den Augen dieser Leute ja falsch ist, Fleisch zu essen und überhaupt etwas von Tieren zu verwenden.

Diese Aktivisten sind in meinen Augen eben keine Tierschützer. Sie geben vor im Interesse der Tiere zu handeln, doch sie handeln in Wirklichkeit nur nach ihrer eigenen verbohrten rücksichtslosen Ideologie. Was war denn die Begründung, dass sie den Hund dem Obdachlosen weggenommen haben?

The activist group later claimed the dog was taken because the owner was using it for begging.

Wie bitte? Das ist die Begründung dafür, ihm den Hund, seinen einzigen Freund, wegzunehmen? Weil er ihn „zum Betteln benutzt“ hat? Was ist denn da jetzt deren verdammtes Problem? Natürlich ist der Hund dabei, wenn der Mann bettelt. Was soll er denn anderes machen? Ich finde es schon bezeichnend, dass da keine Aussage kommt in der Art von „der Mann hat den Hund schlecht behandelt“. Natürlich hat er das nicht. Man behandelt seinen Freund nicht schlecht.

Was für Leute sind denn diese Aktivisten, die armen obdachlosen Menschen den Kameraden wegnehmen? Ich würde mal vermuten, dass das vor allem Leute aus gutem Hause sind, junge Menschen die keine Ahnung davon haben wie es ist, Not zu leiden. Die der Meinung sind, sie würden durch die Welt verbessern, indem sie anderen Menschen ihre Meinung aufdrücken. Diese Menschen schauen nicht wirklich nach dem Wohl der Tiere. Sie überlegen nicht, was für das Tier wirklich das Beste wäre. Sie haben eine bestimmte Ansicht, was für das Tier das beste sein MUSS und versuchen, diese Meinung anderen aufzudrücken. Sie haben nicht darüber nachgedacht, dass es dem Hund bei dem Obdachlosen vielleicht doch nicht so schlecht geht, dass er wahrscheinlich sogar ganz glücklich war.

Diese Aktivisten wollen einem was von Tierrechten erzählen. Doch dabei respektieren sie selbst diese Rechte überhaupt nicht. Stattdessen wollen sie in einem „wohlwollenden“ Paternalismus bestimmen, wie das Tier glücklich zu sein hat. Ich frage mich, ob sie „Vegan“ auch vegan ernähren wollen und ihm ausschließlich pflanzliche Nahrung füttern wollen, wie das einige radikale Tierrechtespinner machen. Das, meine Damen und Herren, ist Tierquälerei, denn Hunde sind nun mal Fleischfresser (wie übrigens auch der Mensch, aber das ist eine andere Geschichte).

Peta

Peta ist ja eine der bekanntesten Tierrechtsorganisationen. Früher habe ich durchaus mit denen sympathisiert. Tierschutz ist ja eine gute Sache, nicht wahr? Aber nach und nach habe ich die Überzeugung gewonnen, dass die Leute bei Peta einen ziemlichen Hau weghaben. Denn auch sie wollen anderen ihre Meinung und ihre absolute ideologisierte Sicht der Welt aufdrücken. So verteufeln sie alle, die nicht vegan leben, denn alles andere sei ja Ausbeutung der Tiere und Missachtung ihrer Rechte. So führt Peta auch einen Feldzug zur Verteufelung des Milchkonsums mit fadenscheinigen Argumenten (Milch ist voll mit Blut und Eiter, Milchkonsum ist an sich unnatürlich usw. usf.).

Aktuell hat Peta mal wieder den Vogel abgeschossen, indem sie im Namen eines Affen auf dessen Urheberrecht für ein Selfie klagt. Mit solchen und anderen Aktionen macht sich Peta einfach nur komplett lächerlich. Denn fast jeder Mensch hält diese Leute doch für bekloppt, was sie auch sind. Und dadurch, dass diese Leute nicht ernst zu nehmen sind und sie sich aber als die Anwälte der Tiere gebärden, erweisen sie dem Tierschutz tatsächlich einen Bärendienst.

Man muss die Leute mit Argumenten davon überzeugen, dass Tierschutz gut und wichtig ist. Und damit meine ich nicht solche Hohldeppenargumente wie von Peta. Sondern stichhaltige Argumente, die auf die menschliche Ethik und auf logische Schlussfolgerungen fußen und mit denen man vernünftige Menschen auch überzeugen kann. Ansonsten schreckt man die Menschen nur ab und stellt Tierschutz als die Spinnerei von ein Paar Bekloppten dar.

Immer gegen die Schwachen

Ein weiterer Aspekt, der mir an dieser Geschichte in Paris ganz übel aufstößt ist die Tatsache, dass diese ach so mutigen Aktivisten gegen einen wehrlosen Obdachlosen vorgegangen sind. Dieser Mann war alt und schwach und konnte sich nicht wirklich gegen den Diebstahl (und ja, es war Diebstahl) seines Hundes wehren. Diese Aktion war feige und gemein!

Ich hoffe, diese tollen Burschen sind jetzt ganz toll stolz auf sich. Haben einem Obdachlosen seinen Hund weggenommen. Das muss man erst mal schaffen. Das ist einfach nur erbärmlich.

Warum gehen diese Leute denn nicht gegen „Tierquäler“ vor, die nicht schwach und hilflos sind? Warum sind sie nicht so mutig und protestieren gegen die Großen? Warum führen sie keine Aktionen gegen eine größere Firma aus, die Tiere in Massen quält? Warum greifen sie stattdessen einen Mann an, der sowieso schon fast alles verloren hat, der schon am Boden liegt, und treten nochmal nach?

Was man dabei auch beachten muss, ist die Art der „Tierquälerei“. Der Obdachlose hatte seinen Hund als Kameraden bei sich. Sie waren Freunde. Der Mann hat das wenige, was er hatte, mit seinem Freund geteilt. Und es hat ihn sicher unglaublich geschmerzt, diesen Freund weggenommen zu bekommen. Das hat man im Video gesehen. Ich bin mir sicher, dass es dem Hund bei dem Mann gut ging und dass er sicher nicht in irgendeiner Weise gelitten hat.

Andererseits gibt es andere Menschen, die Tiere massenhaft quälen. Die Massentierhaltung betreiben ohne sich um das Wohl der Tiere auch nur im Geringsten zu scheren. Die aus Profitgier Tiere ausbeuten. Warum werden diese tollen Aktivisten denn nicht dort mehr aktiv. Es gäbe in diesem Bereich mehr zu tun. Man könnte dort wirklich etwas erreichen.

Doch diese Leute trauen sich nicht an die großen Fische ran. Sie erzählen viel davon, wie diesen Schurken das Handwerk gelegt gehört, doch wirklich aktiv (und zwar so, dass es wirklich was bringt) werden sie nicht wirklich. Sie leisten keine wirklich sinnvolle Arbeit in diesem Bereich. Da ist es doch viel bequemer, einem armen wehrlosen Mann den Hund zu klauen, so dass man sich als Weltverbesserer vorkommen kann.

Ursache und Symptom

Abgesehen davon, dass es eine feige Gemeinheit ist, einem Obdachlosen den Hund für den „Tierschutz“ wegzunehmen, ist es auch eine sehr kurzsichtige Aktion. Wem ist denn damit wirklich geholfen? Dem Obdachlosen auf keinen Fall. Wenn es diese Aktivisten wirklich so stört, dass der Obdachlose den Hund zum Betteln benutzt, wieso ziehen sie daraus nicht den Schluss, dass man dann vielleicht die Armut der Obdachlosen mit Hunden bekämpfen müsste? Nein, im Ernst! Hätten die Leute es nicht nötig zu betteln, würde es auch den Hunden besser gehen. Eine gerechtere Gesellschaft für die Menschen wäre in meinen Augen auch eine gerechtere Gesellschaft für die Tiere.

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