Is boredom unfairly maligned?

11.04.2015 cleaulem

langeweile

Wird Langeweile ungerechtfertigterweise verleumdet?

Jeder kennt es doch. Man hat mal einen Tag frei, kann ohne jede Verpflichtung tun was man will. In seiner Vorfreude malt man sich die tollsten Dinge aus, die man tun kann. Man könnte mal wieder ein Bild malen, oder man macht eine Wanderung im Grünen, oder man räumt endlich einmal den Dachboden auf, was man schon seit so langer Zeit vor sich hergeschoben hat.

Dann endlich ist der Tag gekommen, man hat alle Zeit und Möglichkeiten der Welt und man tut: nichts! Man sitzt gelangweilt da, schaut fern oder surft im Internet und hat so überhaupt keine Lust, irgendetwas zu tun. Das Bild? Nein, ich bin nicht inspiriert genug. Die Wanderung im Grünen? Da müsste ich ja meine Wanderklamotten raussuchen und überhaupt. Der Dachboden? Naja, den kann ich ja auch nächste Woche noch aufräumen…

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Why does fiction so often involve imagining the future?

04.04.2015 cleaulem

krakau2033

Warum beinhaltet Fiktion so oft eine Vorstellung der Zukunft?

Eine Fiktion ist eine Welt, die man selbst erschafft. Man denkt sich selbst Geschichten aus mit Ereignissen, Personen und eventuell auch Orten, die nicht in der Realität existieren. Wenn man sich eine fiktive Geschichte ausdenkt, ist man allmächtig. Nichts existiert oder geschieht in einer Fiktion ohne dass ihr Erschaffer dies will. Die Welt gehorcht den eigenen Regeln.

Doch so einfach ist es dann doch nicht. Je nachdem, welche Ziele ein Verfasser verfolgt, kann er selbst gewissen Einschränkungen erlegen sein, die die Fiktion entscheidend mitbestimmen. Dies hängt vom Genre der Fiktion ab, vom Ort, von der Zeit, in der sich die Geschichte abspielt. All diese Faktoren schränken den Autor stets ein, zwingen ihn in gewisse Bahnen, denen er nicht ohne große Mühe entkommen kann.

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Is gardening art?

31.03.2015 cleaulem

gartenkunst

Ist Gärtnerei Kunst?

Diese Frage ist an sich irreführend. Denn hier geht es nicht um die Gärtnerei, sondern um die Kunst. Die Gärtnerei ist nur ein exemplarisches Beispiel für die Bereiche, bei denen man sich streiten kann, ob man sie zu den Künsten zählt oder nicht. Man könnte diese Frage auch auf Videospiele beziehen, was auch häufig getan wird und was ich in diesem Artikel auch hauptsächlich tun werde, auch wenn es der Frage nach eigentlich um die Gärtnerei gehen sollte.

Zunächst einmal muss man Kunst überhaupt definieren. Die Wikipedia kann einem helfen:

Im engeren Sinne werden damit Ergebnisse gezielter menschlicher Tätigkeit benannt, die nicht eindeutig durch Funktionen festgelegt sind. Kunst ist ein menschliches Kulturprodukt, das Ergebnis eines kreativen Prozesses.

Die Kunst im weitesten Sinne ist hier uninteressant. Interessant ist hier die Definition „gezielte menschliche Tätigkeit, die nicht eindeutig durch Funktionen festgelegt sind“. Hier muss man beachten, dass hier eine schöpferische Tätigkeit gemeint ist. Wenn man auf dem Sofa hockt, Chips futtert und sich eine Reality-Soap auf RTL anschaut, ist nicht gleich ein Künstler, auch wenn dies eine „Tätigkeit“ ist, die eindeutig gar keine Funktion hat.

Es zählt also die kreative Erschaffung von etwas neuem. Wenn man dies auf die Gärtnerei überträgt, dann kann man einen kreativen Prozess sehen, wenn bestimmte Blumen mit einer bestimmten Farbe in einem bestimmten Muster gepflanzt werden. Für Videospiele gilt Ähnliches. Es müssen Graphiken und Animationen angefertigt und Musik komponiert und eingespielt werden. Auch die Spielmechanik kann einem kreativen Prozess entstammen.

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Can there be a purely aesthetic appreciation of religious art?

25.03.2015 cleaulem

relikunst

Ist die rein ästhetische Würdigung religiöser Kunst möglich?

In diesem Beitrag geht es nicht um die Frage, was Kunst überhaupt ist oder was zur Kunst gezählt werden kann. Wir nehmen einfach mal an, es gäbe die absolute Definition von Kunst, mit der jeder Mensch übereinstimmen könnte. Dann können wir über religiöse Kunstwerke sprechen und ob man diese Kunstwerke würdigen kann, ohne dass man sich dabei über ihre religiöse Botschaft Gedanken macht.

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Kategorie: Examination Fellowships
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Are democracy and nationalism allies or enemies?

21.03.2015 cleaulem

bandera

Sind Demokratie und Nationalismus Verbündete oder Feinde?

Diese Frage ist gerade in der heutigen Zeit mehr als aktuell. In gewisser Weise kann man sagen, dass von dieser Frage die Zukunft Europas abhängt. In der Eurokrise mauern sich die einzelnen Mitgliedsstaaten wieder mehr ein und verfolgen zunehmend eigene nationale Interessen anstatt an einem Strang zu ziehen. Der Ton wird schärfer, was man vor allem hier in Deutschland sieht.

Die Deutschen sehen die Griechen immer mehr als Schmarotzer, die auf Kosten der hart arbeitenden Teutonen sich ein schönes Leben machen wollen. In Griechenland sieht man an vielen Stellen Plakate, wo Angela Merkel mit Hitler verglichen wird und die Deutschen geradezu als Besatzer betrachtet werden.

In vielen Ländern gewinnen populistische Bewegungen an Boden, die mit nationalistischen Parolen um die Gunst der Bevölkerung werben und die (vermeintlichen) nationalen Interessen betonen. In Deutschland ist die AfD sogar schon in mehrere Landesparlamente eingezogen.

Auch die Ukraine-Krise ist eine Konsequenz nationaler Ressentiments. Die Krim wurde aus nationalistischen Motiven von Russland annektiert, und in der Ostukraine versuchen Separatistengruppen, sich von der Ukraine zu lösen und sich ebenfalls Russland anzuschließen. In der Westukraine wiederum wird Stepan Bandera, der auf dem oben abgebildeten Plakat zu sehen ist, als Nationalheld verehrt. Dazu muss man wissen, dass Bandera der Führer der UPA, der ukrainischen Aufständischenarmee war, die während des Zweiten Weltkrieges mit Hitler-Deutschland kollaborierte und tausende ethnische Polen umbrachte. In Polen, Russland und der Ostukraine wird Bandera als Verbrecher betrachtet, in der Westukraine als Held verehrt.

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„How can you know anything about literature if all you’ve done is read books?“ [GEOFF DYER]

16.03.2015 cleaulem

literatur

Wie kann man etwas über Literatur wissen wenn alles, was man getan hat, Bücher lesen war? (Geoff Dyer)

Dies ist die erste Frage aus meiner Reihe „Examination Fellowships“ und gleich eine sehr gute. Wenn man nur Bücher gelesen hat, kann man dann etwas über Literatur wissen? Meine kurze Antwort ist: Nein.

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Kategorie: Examination Fellowships
Stichwörter:

Examination Fellowships

15.03.2015 cleaulem

examen

Über Fefes Blog bin ich auf diese interessante Seite gekommen: Das All Souls College der Universität Oxford vergibt jährlich Stipendien, für die sie den Kandidaten Fragebögen mit sehr interessanten Fragen austeilen.

Einige dieser Fragen, vor allem in den Sparten „General Papers“ und „Philosophy“ sind schon teilweise sehr interessant und bringen einen bisweilen schon mal zum Nachdenken. Auch ich habe mir so meine Gedanken gemacht und bin dabei zu bemerkenswerten Ergebnissen zu kommen.

Nun kam mir die Idee, auf diesem Blog einige dieser Fragen mal detaillierter zu behandeln. Ich werde deshalb eine Reihe unter der Kategorie „Examination Fellowship“ begründen, in der ich in unregelmäßigen Abständen Artikel zu einzelnen Fragen aus diesen Fragebögen veröffentlichen werde.

Ich will natürlich kein Stipendium in Oxford bekommen, das würde ich wahrscheinlich sowieso nicht kriegen, aber ich möchte hier einfach meine eigenen Gedanken niederschreiben zu Fragen, die es wirklich wert sind darüber nachzudenken. Ich erhebe nicht den Anspruch, diese Fragen wirklich abschließend zu beantworten oder alle Aspekte zu berücksichtigen. Noch weniger erhebe ich Anspruch darauf, dass die Antworten die einzig richtigen sind, sondern ich möchte einfach nur meine eigenen Ideen zu den behandelten Themen diskutieren.

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