Der Sinn der Wissenschaft

08.04.2017 cleaulem

Eine Krise schlägt mich, eine Sinnkrise. Ich frage mich nämlich nach dem Sinn der Wissenschaft. Wozu betreiben wir Wissenschaft? Wozu ist dieses Wissen denn gut? Das ist eine Frage, die für mich nicht einfach zu beantworten ist. Um Missverständnissen vorzubeugen: In meinem Inneren bin ich ein glühender Verfechter der Wissenschaft. Ich interessiere mich für viele Gebiete des menschlichen Wissens, die uns einem umfassenden Verständnis der Natur Schritt für Schritt näher gebracht haben.

Auch bin ich keineswegs dafür, jede Forschung nur nach ökonomischen Gesichtspunkten zu betrachten. Es gibt ja viele Menschen, die Forschung und Wissenschaft nur nach dem konkreten Zweck beurteilen. Für sie ist nur diejenige Wissenschaft gerechtfertigt, die einen direkten Nutzen für den Menschen haben, etwa indem sie das Leben einfacher und bequemer machen, indem sie das Leben der Menschen verlängern und ihre Gesundheit verbessern oder indem sie dafür sorgt, dass sich mit den Ergebnissen der Forschung leichter und besser Geld verdienen lässt. In meinem Weltbild sollte die Wissenschaft einzig und allein dem Wissenszuwachs dienen, ganz losgelöst von jeglichen Nützlichkeitsgedanken. So verfolge ich die aktuellen Entdeckungen in der Astronomie, seien es die tausenden inzwischen bekannten Exoplaneten oder die Bilder, die uns die Raumsonde New Horizons von Pluto geschickt hat, mit großer Spannung. Dabei ist der Nutzen dieser Erkenntnisse mehr als zweifelhaft. Wenn, dann werden diese überhaupt erst in Jahrhunderten der Menschheit irgendeinen Nutzen bringen, beispielsweise wenn es um die Erschließung von Rohstoffen und Märkten in entfernten Sonnensystemen geht.

Doch das Problem des Sinnes der Wissenschaft geht für mich tiefer als die Frage nach ihrer Nützlichkeit. Denn die Nützlichkeit von Forschung ist (ideal betrachtet) eher sekundär. Es war das Streben nach Erkenntnis, nach Wissen, das die Wissenschaftler über Jahrhunderte antrieb. Sie wollten die Welt als Ganzes verstehen. Und so steht in der Physik die Suche nach der sogenannten „Weltformel“, der „Theorie von allem“, stellvertretend für die absolute Rechtfertigung der Wissenschaft. Diese Theorie, die sämtliche Wechselwirkungen der Natur erklärbar machen würde, ist das große Ziel der Wissenschaft, der Heilige Gral. Und so ist auch die Vorstellung, dass mit diesem Wissen auch der Sinn unserer Existenz klar werden müsse.

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Wer soll das alles lesen?

12.03.2015 cleaulem

lesekatze

Und wieder einmal hat Captain Obvious die erstaunlichsten Tatsachen aufgedeckt, die man sich nie hätte denken können: In einer Zeit, in der das Wissen exponentiell wächst, finden Wissenschaftler heraus, dass immer mehr wissenschaftliche Studien publiziert werden und dass die Forscher nicht mehr mit dem Lesen und Zitieren hinterherkommen.

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Kategorie: Wissenschaft
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